Spontane Aktion

Partyservice Schön hilft Flutopfern: 500 Mahlzeiten ins Katastrophengebiet gebracht

500 Mahlzeiten für Opfer und Helfer im Katastrophengebiet von Rüdiger, Fabian und Anja Schön
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500 Mahlzeiten für Opfer und Helfer im Katastrophengebiet packten Rüdiger, Fabian und Anja Schön am Sonntag in mehrere Fahrzeuge und lieferten sie mit der Unterstützung von Mitarbeitern aus.

Als Rüdiger Schön die dramatischen Bilder von der Hochwasserkatastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalen sah, ging es ihm wie vielen Menschen: Er wollte helfen. Aber als erfahrener THW-Mitarbeiter wusste er auch, dass in der akuten Notsituation nach so einem Ereignis einige Dinge dringender gebraucht werden als andere. Essen und Trinken müssen Opfer und Retter aber garantiert. Und als Inhaber eines Partyservice hatte er genau das zu bieten.

Soest – Die vergangenen Monate waren alle andere als leicht für die Branche: Wo Menschen aufgefordert waren, wegen der Pandemie Kontakte so weit wie möglich zu meiden, brachen auch dem Party-Service Schön viele Aufträge weg.

Nur langsam nimmt das Geschäft wieder Fahrt auf. Aber als der 53-Jährige und seine Frau Anja sahen, wie schlimm die Situation im Katastrophengebiet war, zögerten sie nicht lange.

„Wir haben einige unserer Lieferanten angesprochen (siehe Infokasten) und um Unterstützung gebeten, um zwischen 250 und 500 Mahlzeiten zusammenzustellen und liefern zu können“, erklärt Rüdiger Schön. Die Reaktion war ebenso positiv wie von Mitarbeitern des Familienunternehmens: Als die 500 Menüs, die es schließlich geworden sind, am Sonntag in mehrere Fahrzeuge verladen und zunächst an eine zentrale Sammelstelle in Hagen und später an weitere Orte im Katastrophengebiet gebracht wurden, waren auch Mitarbeiter (und sogar Familienmitglieder von ihnen) mit dabei, um zu helfen.

Zuvor war ein wenig Recherche nötig, bevor nach einigen Telefonaten die zuständigen Ansprechpartner gefunden und das Prozedere geklärt werden konnte.

Dafür hat das Ehepaar Schön aber viel Verständnis: „In so einer unübersichtlichen Situation ist es natürlich wichtig, Hilfe auch so zu organisieren, dass sie dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, weiß Schön. Das wird bei der Aktion, die er mit seinem Team durchführt, garantiert der Fall sein.

Innerhalb kürzester Zeit wurde in Absprache mit den Lieferanten geklärt, was benötigt wird – und dann wurde das unkompliziert zusammengestellt.

Sie haben mitgemacht

„Ohne die spontane Unterstützung unserer Lieferanten wäre das nicht möglich gewesen“, ist es Anja und Rüdiger Schön wichtig, deren Beitrag nicht zu verschweigen. Sie helfen mit: Frischezentrum Soest, Firma Kuchenmeister, Metzgerei Stedtfeld und der Zentralmarkt in Lippstadt, das Unternehmen Schwali aus Korbach, die Molkerei Frischli sowie die Bäckerei Borghoff.

So gingen am Sonntag Warmhalteboxen mit frisch zubereitetem Geflügelgeschnetzeltem auf die Reise, mit Nudeln als Beilage und verschiedenen Desserts. Sogar vier Paletten Kuchen, die die Firma Kuchenmeister spontan zur Verfügung stellte, gehörten mit zur Ladung. „Bei der Auswahl haben wir darauf geachtet, dass auch für Menschen mit anderen kulturellen Hintergründen etwas dabei ist“, erklärt Anja Schön. Und auch Vegetarier wurden satt.

Was sie das alles kostet, darüber möchte die Familie Schön nicht reden. Geld und Freizeit haben sie gerne in dieses Projekt investiert – weil sie einfach das tun wollten, was Menschen füreinander in dieser Lage tun sollten: Helfen, wo Hilfe dringend benötigt wird.

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