Soest feiert das Licht

Ostern wird vor allem in der Kirche mit viel Feuer zelebriert

+
Vom Loermecke-Turm aus kann man den Sonnenaufgang besonders gut sehen.

Soest - Das Licht, die Überwindung des winterlichen Dunkels durch die Frühlingssonne,  wurde schon in heidnischer Zeit gefeiert. Die Christen deuteten die alten Bräuche in ihrem Sinn. Die aufgehende Sonne ist für sie das Symbol des auferstandenen Christus, der das Dunkel des Todes überwunden hat.

Klar, die bunten Eier, die süßen Lämmchen, die niedlichen Küken und die flinken Hasen gehören dazu. Aber das wichtigste Thema zu Ostern ist das Licht. Jeder spürt es in diesen Tagen, die länger und heller werden. Die Sonne hat Kraft und lässt neues Leben wachsen. Das Licht, die Überwindung des Dunkel, der Frühling – das wurde schon in vorchristlicher Zeit gefeiert. 

Mit Frühlingsfeuern begrüßten die Menschen die Rückkehr der Sonne nach dem langen Winter. Die Sonne gilt als Mittelpunkt, ohne sie gäbe es kein Leben und kein Wachstum. Die Christen widmeten diese heidnischen Bräuche religiös um. Für sie symbolisiert das Licht den auferstandenen Jesus, der den Tod überwunden hat. Demgemäß spielen Feuer und Licht in der Osterliturgie eine bedeutende Rolle. 

Das Licht, das die Dunkelheit erleuchtet, steht für Christus, der von den Toten auferstanden ist. In allen Soester Gemeinden wird in der Osternacht – also die Nacht von Samstag auf Sonntag – ein Feuer entzündet. Denn nach biblischer Überlieferung ist Jesus in der Nacht auferstanden. Die Frauen, die in aller Früh zum Grab kamen, fanden es leer. Darum zünden die Christen ihr Feuer im Dunkeln an. 

Das wird in diesem Jahr schwieriger als sonst, weil Ostern spät liegt und die Sonne spät unter- und früh wieder aufgeht. „Eine echte Herausforderung“, meint Propst Dietmar Röttger. Osternachtsfest um Mitternacht Aber die Soester kriegen es hin: Die Osternachtsfeier in den katholischen Gemeinden beginnt um 21 Uhr, außer in Heilig Kreuz. Dort beginnt die Messe traditionell um sechs Uhr früh, vorher wird das Feuer entzündet.

 In der evangelischen Petrikirche wird der Ostergottesdienstum kurz vor Mitternacht gefeiert, in den anderen protestantischen Gemeinden erst um sechs Uhr am Sonntag. Am Osterfeuer wird die aktuelle Osterkerze entzündet, die wiederum gibt die Flamme weiter an die kleinen Kerzen der Gläubigen, die damit das Gotteshaus erleuchten. Nach dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi (Christus, das Licht)“ wird gefeiert. Das (elektrische Licht) brennt auf, die Musik, sprich Orgel, legt los. Die Menschen freuen sich über das Leben, das den Tod überwunden hat. 

Das zweite große Thema des Osterfestes ist das Wasser. Als Symbol des Lebens wird das Element seit Urzeiten verehrt. In der christlichen Osternachtsfeier wird das Wasser für die Taufen geweiht. In früheren Jahrhunderten, als nur die Erwachsenentaufe üblich war, war die Osternacht auch der einzige Zeitpunkt, um sich taufen zu lassen. Anschließend bekam der Täufling das weiße Gewand der Einheit. 

Anknüpfend an die Tradition lassen sich heute zwei Erwachsene im Patroklidom taufen: Die Frau ist eine Soesterin, die sich bewusst für die Konfession entschieden hat, in der schon ihre Kinder zur Kommunion gegangen. Der Mann ist ein ehemals muslimischer Iraner, der als Flüchtling in Soest lebt und sich während dieser Zeit zum katholischen Glauben gewandt hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare