Ortsgespräch: Zweites Semester der Kinder-Uni

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Ganz schön spannend, diese Kochtöpfe, meinen Prof. Anne Suse Schulz-Beenken, Diplom-Ingenieur Philipp Holtschneider als wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie die Auszubildende Nicole Senger.

SOEST - Goldgelb fließt der Teig in die Pfanne, und alle freuen sich schon auf die knusprig-braune Leckerei. Doch dann, oh Schreck: Die Ränder des Eierkuchens verbrennen schon, und die glitschige Masse in der Mitte sieht alles andere als appetitlich aus.

Wie konnte das passieren? Prof. Anne Suse Schulz-Beenken von der Fachhochschule Südwestfalen betrachtet selbst die Zubereitung des Sattmachers aus wissenschaftlicher Sicht.

„Eine sehr spannende Sache“, weiß sie, und das werden auch die jungen Studenten bestätigen, die die Kinder-Uni besuchen. Zum Auftakt der neuen Vorlesungsreihe am kommenden Freitag lernen sie Werkstoffe wie Eisen, Emaille oder Edelstahl kennen, und sie erfahren, warum der Fladen, den sie süß oder herzhaft mögen, manchmal trotz eines erprobten Rezeptes nicht gelingt: wenn sich der Boden des Bratpfanne auf der heißen Platte beispielsweise durchbiegt und sich dann das Fett in der Mitte sammelt.

Welches Material eignet sich für einen guten Topf? Wo liegen die Qualitätsunterschiede? Wie wirken sich Metalle und Beschichtungen auf das Kochergebnis aus? Welche Leitfähigkeit haben sie? All das sind Fragen, denen die Kinder und die Professorin im Audimax auf den Grund gehen. Die Studenten hören: „Ein wichtiger Parameter, die Wärme zu übertragen, ist das Kochgeschirr.“ Damit geht’s zum Auftakt des neuen Wintersemesters wieder einmal um ein Thema aus der Alltagswelt der Kinder.

Jeder der angehenden Diplomanden kennt einen Kochtopf, diese Küchenutensilien stapeln sich zu Hause in den Schränken. Doch wer ahnt schon, wie viel ausgeklügelte Technik in den Tiegeln steckt? Anne Suse Schulz-Beenken lässt einen Blick hinter die Labor-Türen der Hochschule zu. Denn Unternehmen der Region lassen ihre Produkte dort prüfen.

Die Expertin für Werkstofftechnik stellt dem immer höchst interessierten Auditorium die faszinierende Entwicklung von der Tonschüssel zum Hightech-Gargerät vor und lädt damit zu einer Reise durch die Jahrtausende ein. Denn erst durchs Brutzeln, Braten oder Backen war es möglich, eine Vielzahl von Gerichten zu erschließen.

Das Kochen befreite die Menschen von der „Kauarbeit“. Anne Suse Schulz-Beenken denkt an die Urahnen, die mit ihrem schmalen Kiefer nur deshalb überlebten, weil sie Wege fanden, die rohe Kost zu garen – etwa über dem offenen Feuer. Mehr zum Thema lesen Sie im Anzeiger. - Köp.

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