Ökumene an der Orgel: Wandelkonzert in zwei Kirchen

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Günter Bönner, Stefan Madrzak und Annette Elisabeth Arnsmeier holten sich nach dem Konzert den verdienten Applaus der vielen Zuhörer ab.

Soest - Die Soester Wandelkonzerte sind jetzt schon Tradition und auch in diesem Jahr zeigte sich die Vielfalt der Soester Orgellandschaft in einem abwechslungsreichen Programm. 

Dabei stand die Ökumene im Mittelpunkt, die von Annette Elisabeth Arnsmeier und Stefan Madrzak teils vierhändig gemeinsam und in gegenseitiger Nutzung der Orgeln in Sankt Patrokli und Sankt Petri vorgelebt wurde.

Das Motto des Abends „Viva Espana“ hatte dabei weder etwas mit einem potenziellen Fußballweltmeister oder mit den Vorbereitungen auf einen Urlaub in dem beliebten Reiseland zu tun. Es waren vor allem die Spanischen Trompeten, die Stefan Madrzak an seiner Domorgel so richtig zum Pfeifen bringen wollte.

Dazu kamen Stücke spanischer Komponisten und solche, deren Titel einen Bezug zu Spanien nahelegten. Für die zahlreichen Zuhörer war außerdem das „Wandeln“ zwischen den Spielorten attraktiv, denn unter dem Domturm wurden Baguettes, Dips und vor allem spanischer Rotwein gereicht.

 Das Programm wurde mit einem Stück des Barockkomponisten Juan Cabanilles eröffnet. Kurz war die „Battaglia“, das musikalische Schlachtengemälde. Hier kamen nach einem knappen Vorspiel die Spanischen Trompeten zu ihrem Einsatz, als sie zur Schlacht riefen

Der folgende „Kampf“ wurde musikalisch furios ausgefochten und mit einer Siegfeier abgeschlossen. Bevor Stefan Madrzak stehend am Regal, einer tragbaren Kleinorgel, noch einmal auf Cabanilles als Komponist zurückgriff, spielte er auf der großen Orgel ein kurzes Stück aus dem 17. Jahrhundert, das eher in den Kirchenraum passte als ein Schlachtengemälde. Den zweiten Teil im Dom gestaltete Annette Elisabeth Arnsmeier mit einem weiteren spanischen Barockkomponisten, Sebastian Aguilera de Herida, und zum Abschluss mit „Salamanca“ einem modernen Werk des Schweizers Guy Bovet. Dieses, der spanischen Stadt gewidmete Stück, war sehr rhythmisch angelegt, klang wie eine moderne Ballettmusik, und entließ die Zuhörer mit einem furiosen Finale in die Pause.

In Sankt Petri zeigten Madrzak und Arnsmeier bei Rossinis Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ wie harmonisch Ökumene vierhändig an der Orgel gelebt werden kann. Als Zwischenspiel improvisierte Stefan Madrzak vor dem Altarraum an der kleinen Orgel einige spanische Melodien, bevor die beiden Organisten mit Ravels Bolero ein Highlight an den Schluss des Konzerts setzten.

Dabei vervollständigte der Pauli-Küster Günter Bönner am Schlagwerk die Instrumentierung dieses populären Klassikers. Es gab sehr viel Beifall und die Erwartung auf ein weiteres Wandelkonzert. Und mit der Ökumene kann es auch weiter gehen.

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