"Objekt des Monats": Wie Soester ihre Geschichte am besten begreifen

+
Auch das Relief an der Wand des Burghofs hat eine ganze Geschichte zu erzählen, etwa die des Lazarus, der in Abrahams Schoß ruht. Günter Kükenshöner, Annette Werntze und Norbert Wex haben sich die neue Reihe „Objekt des Monats“ ausgedacht.

Soest – Es klingt reichlich abstrakt: „Objekt des Monats“. Doch das, was sich der Geschichtsverein gerade ausgedacht hat, könnte zum Renner werden. Immer am letzten Samstag im Monat können Soester und Gäste in ebenso kompakter wie kurzweiliger Form in die Soester Geschichte eintauchen.

Los geht es am 26. Oktober, wenn die Interessierten das älteste in Soest aufgenommene Foto zu sehen bekommen. Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt die Eheleute Kerstin und dürfte rund 180 Jahre alt sein. Es stammt also aus einer Zeit, als Filme noch nicht erfunden waren geschweige denn wie selbstverständlich heute mit dem Handy geknipst wird.

Günter Kükenshöner, der Vorsitzende des Soester Geschichtsvereins, der jetzt zusammen mit mit Museumsleiterin Dr. Annette Werntze und Stadtarchiv-Chef Dr. Norbert Wex die neue Reihe vorstellte, wird die Auftaktveranstaltung bestreiten. Er erläutert, mit welcher Technik im 19. Jahrhundert Bilder entstanden sind. 

Das Bild selber „ruht“ im Soester Stadtarchiv, verschlossen und geschützt vor zu viel Licht, das dem wertvollen Unikat Schaden zufügen könnte. Im Grunde genommen wimmelt es im Burghofmuseum, wo die Reihe stattfinden soll, nur so von seltenen und beeindruckenden Objekten. „Man hält sich hier auf und sieht sie nicht, geschweige die Geschichten dahinter“, sagt Wex. Dabei lohne es sich, die Stücke „zum Reden zu bringen“. 

Die meisten Museums-Besucher schauen sich zwar um und kommen zu dem Schluss „Oh, wie schön“. Doch anhand einzelner Bilder, Karten, Statuen, Malereien und sonstigen Exponaten mal die ganze Geschichte dahinter zu erfahren, schaffen nur die wenigsten. 

„Wir hatten schon mal eine ähnliche Reihe vor Jahren“, erinnert Kükenshöner, „doch die ist ein bisschen eingeschlafen.“ Nun also der neue Anlauf: immer zum festen Termin am letzten Samstag im Monat um 15 Uhr, immer im Burghof, immer kompakt in 20 bis 30 Minuten, immer zum normalen Museums-Eintritt und (nach Möglichkeit) immer spannend. 

Für die nächsten acht Monate sind Objekte und Referenten bereits fest getaktet. Durchweg Vorstandsmitglieder des Geschichtsvereins werden unter anderem am Beispiel des „Kleinen Patroklus“ seine Geschichte vortragen oder die Uniform Bürgermeister Scharnows präsentieren, die Epstorfer Weltkarte oder – ganz profan – Haushaltsgeräte aus dem 19. Jahrhundert. 

„Kein strenger Vortrag, sondern als lockere Geschichte“, so Werntze. Denn im Grunde soll die Reihe so eine Art „Appetizer“ sein, stellt sich Kükenshöner vor. Das Eintauchen anhand eines Beispiel und einer konkreten Geschichte soll Appetit auf mehr verschaffen und die Gäste im Idealfall an den Punkt bringen: „Das Burghofmuseum hat so viel noch zu bieten, da bin ich bestimmt nicht das letzte Mal gewesen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare