Leider ohne Lolli

Nun werden auch die Soester Kita-Kinder gestestet

Sohnemann Leander (6 Jahre) gefiel der Lollipop-Test.
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Sohnemann Leander (6 Jahre) gefiel der Lollipop-Test. Doch leider haben die Soester Kitas den noch nicht im Angebot

„Wir würden gern die Lolli- oder die Spuck-Tests nehmen“, sagt Silvia Muthmann-Alavarado von der Kita am Wiesengraben. Doch fürs Erste müssen die Mädchen und Jungen mit den Stäbchen Vorlieb nehmen, die in die Nase eingeführt werden.

Soest – Zum Glück gibt es für die Kitas die Variante Schnelltests, bei der zweieinhalb Zentimeter genügen und das Stäbchen nicht zehn Zentimeter tief bis in den Rachen geschoben wird und den Kleinen die Tränen in die Augen treibt.

Es hat lange gedauert, aber jetzt sind sie da. Ende vergangener, Anfang dieser Woche haben die Soester Kitas die Corona-Schnelltests bekommen. In der Sternschnuppe am Warsteiner Weg sind sie bereits vergangenen Freitag an die Eltern verteilt worden; die meisten Mütter und Väter haben dann am Wochenende ihre Kinder getestet.

„Eltern gut vorbereitet“

Die Eltern sind „gut vorbereitet“, berichtet Miriam Faulstich, die Leiterin der Sternschnuppe. „Wir haben im Morgenkreis und in kleinen Gruppen so ein Test-Kit mal ausgepackt und mit den Kindern besprochen, wie das Testen geht.“ Inzwischen haben Eltern nicht nur das durchweg negative Testergebnis an die Kita zurückgemeldet, sondern auch erzählt, dass sie gar nicht mehr die Gebrauchsanleitung hätten studieren müssen: „Unsere Kinder haben uns das haarklein erklärt.“

Und offensichtlich auch die Angst verloren und die Neugier vergrößert, wie sich das wohl anfühlt, wenn da jemand mit dem Stäbchen in der Nase „herumpopelt“.

Denn das will spielerisch und in angenehmer und entspannter Atmosphäre erledigt werden, sagt Silvia Muthmann. Schließlich seien die jüngsten Kita-Steppkes noch nicht einmal ein Jahr alt. „Die halten nicht unbedingt still, wenn man ihnen was in die Nase schiebt, sondern drehen instinktiv den Kopf zur Seite.“ Nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen scheidet das Testen in den Kitas von vorn herein aus; das Gesundheitsministerium hat statt dessen den Müttern und Vätern die Aufgabe zugedacht. Obendrein freiwillig. Wer nicht will, lässt es eben.

„Toi, toi, toi: Kein Infekt“

Mit den beliebteren Lolli-Tests hapert es derweil. Anfang der Woche hat NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) beteuert, man prüfe das noch. Weil Lolli-Tests im Gegensatz zu den Schnelltests im Labor ausgewertet werden müssen und dazu hohe Labor- und Transport-Kapazitäten erforderlich sind, kommen sie vermutlich „nicht flächendeckend“ zum Einsatz in den Kitas.

Beide Erzieherinnen haben das Glück, in Kitas zu arbeiten, in denen bis heute keine einzige Corona-Infektion bekannt geworden ist, weder bei den Erwachsenen noch bei den Kindern. „Toi, toi, toi – bis jetzt sind wir alle heil dadurch gekommen.“ Dazu dürfte mit Sicherheit beigetragen haben, dass nahezu alle Erzieherinnen in der Sternschnuppe und Im Wiesengraben zumindest die erste Impfe bereits bekommen haben. Miriam Faulstich kann für ihr Team sogar sagen: Zu hundert Prozent.“

Ankommen sollen die Lollis alsbald in den Soester Grundschulen. Bis zum 10. Mai soll die gesamte Testerei auf PZR-Tests, also auf Lollis und Spuckproben, die im Labor untersucht werden, umgestellt sein, sagt Brigitte Sliwa von der Stadtverwaltung. Dazu müssen die Lollis nicht nur zu den Schulen gebracht, sondern später auch hier wieder eingesammelt und in die Labore transportiert werden. Die Stadt als Schulträger soll sich darum kümmern, so Sliwa.

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