Anfrage aus Düsseldorf

Land NRW will Soest zur Modellkommune für Corona-Lockerungen machen

Konzert Stadthalle Soest
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Konzerte, wie hier mit Culcha Candela 2018 in der Stadthalle, könnten unter bestimmten Bedingungen und mit weniger Publikum wieder möglich sein.

Endlich wieder in Konzerte gehen, abends im Biergarten sitzen? Ist das in Soest nach strengen Regeln vielleicht bald schon wieder möglich? Das Land NRW möchte gerne, dass Soest Modellkommune für Lockerungen wird.

Soest – Die Stadt Soest hat die Offerte vom Land bekommen, Corona-Modell-Kommune in Nordrhein-Westfalen zu werden. In fünf oder sechs Städten soll nach Lockerungen der strengen Pandemie-Regeln Ausschau gehalten werden: Durch intensives Testen, vor allem aber durch IT-Systeme, die systematisch und verlässlich alle Kontakte erfassen und nachverfolgen.

StadtSoest
LandkreisSoest
Einwohner48.747

Land NRW will Soest zur Modellkommune für Corona-Lockerungen machen

Ministerpräsident Armin Lachet hat am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag das Vorhaben vorgestellt, das sich an der baden-württembergischen Stadt Tübingen anlehnt, wo das „Öffnen mit Sicherheit“ bereits erfolgreich läuft.

Nach monatelangem Lockdown und Dauer-Restriktionen sollen die ausgewählten Städte einfach mal was ausprobieren: Egal ob Konzerte, Kino, Theater oder auch Sport, Kneipen- und Restaurant-Besuche. Das alles wäre aber stets an exaktes Testen und Nachverfolgen der Kontakte geknüpft.

Corona-Lockerungen in Soest: Verwaltung würde gerne mitmachen

Vieles ist denkbar. In dem Modellversuch geht es darum, das zu untersuchen und Erkenntnisse für mehr Lockerungen zu finden, die auch anderen Kommunen weiterhelfen könnten.

„Das Land hat in der Tat die Stadt Soest angesprochen, ob sie nicht mitmachen will“, sagt Rathaus-Sprecher Thorsten Bottin auf eine Nachfrage unserer Redaktion. „Wir würden das gern“, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung. Vor einer Zusage aber müssten Details geklärt werden, vor allem die Frage, ob man die neue Aufgabe schaffen könne.

Corona-Lockerungen in Soest: Stadt ist bereits digitale Modellkommune

Soest zählt heute bereits zu der Handvoll Modellkommunen im Land, wenn es um Digitalisierung geht. Zusammen mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen wird seit zwei Jahren an einer Vielzahl von Projekten gearbeitet, die mit digitaler Unterstützung das Leben erleichtern oder noch komfortabler machen können. Die Vorhaben reichen vom selbstfahrenden Bus bis hin zum kürzlich erst mit drei Sternen ausgezeichneten und Millionenförderung unterfütterten neuen Digital-Zentrum am Bahnhof.

Helfen könnte in Soest auch das Start-Up-Unternehmen SWCode, das bereits Apps für die Kontaktnachverfolgung und das Besucher-Management für Gastronomie, Betriebe, Kliniken und Altenheime entwickelt hat. Die Digital-Firma hat bereits an die 3000 Lokale und Firmen im In- und Ausland von ihren Diensten überzeugt. Bei SWCode heißt es, die Technik sei längst entwickelt und reif, sie müsse nur noch flächendeckend eingesetzt werden.

Corona-Lockerungen in Soest: Tübinger Modell

In Tübingen sind inzwischen Kinos, Theater und Gaststätten wieder in Betrieb, nachdem dort in großer Zahl Teststationen aufgebaut worden sind und IT-gestützte Testkonzepte den Überblick bieten, wer negative Corona-Befunde vorweisen kann und somit nicht zum Risiko wird, wenn er anderen Leuten begegnet.

NRW-Ministerpräsident Armin Lachet hat mit dem Projekt nicht zuletzt auf die massive Kritik an den jüngsten Beschlüssen der Runde der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin reagiert, denen außer einer Fortsetzung des Lockdowns kaum noch etwas Neues geschweige denn Kreatives einfalle. „Das reine Schließen ist an seine Grenzen gekommen“, so Laschet, das Land müsse rauskommen aus dem „Dauerkreislauf des Lockdown“.

Corona-Lockerungen in Soest: Entscheidung in den nächsten Tagen

Die Entscheidung, ob Soest bei den Corona-Modell-Kommunen mitwirkt, soll in den nächsten Tagen fallen. Nach Ostern sollen die ausgewählten Kommunen herausfinden, wie gut Öffnungen trotz Corona mit dem Einsatz digitaler Lösungen funktionieren.

Als Modellregion beworben hat sich auch die Stadt Hamm, berichtet wa.de*. Dort rechnet man sich gute Chancen aus. - *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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