Niels Körner macht sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendbauhütte

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Niels Körner unterstützt Dr. Ulrich Althoff (im Hintergrund, links) in derThomäkirche beim systematischen Erfassen der Ausstattung. „Ein toller Einsatzort“, meint Bernhard Anzalone von der Jugendbauhütte.

Soest -  Niels Körner registriert, notiert, fotografiert, dokumentiert alles – vom Abendmahlskelch und dem Atenpendium bis zum Kronleuchter im Gewölbe. Der 18-Jährige absolviert sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Jugendbauhütte.

Sein Schreibtisch steht beim Baureferat der Evangelischen Kirche in Bielefeld, doch er kommt viel in Westfalen herum. 

Derzeit unterstützt er den Kunsthistoriker Dr. Ulrich Althöfer bei der Inventarisierung des kirchlichen Kunst- und Kulturgutes und sieht sich deshalb auch in den evangelischen Gotteshäusern in Soest um, so wie jetzt in Neu-St. Thomä. 

Es sei spannend, die teils jahrhundertealten Stücke in die Hand zu nehmen, sie zu berühren, vielleicht Gebrauchsspuren zu erkennen und sich dann vorzustellen, wie viele Generationen diese Geräte schon benutzt haben, schildert er. 

Jede Kirche habe ihren eigenen Reiz. Besonders beeindruckt aber habe ihn im vorigen Sommer die Wiesenkirche mit ihrer großartigen Fensterlandschaft und den faszinierenden Lichtspielen im Chor, die den Raum je nach Stand der Sonne immer wieder anders strahlen lassen, erzählt Niels Körner. 

Er erlebt die Geschichte zum Greifen nah. Alle evangelischen Kirchen und größeren Gemeindezentren in Westfalen stehen, wie Dr. Ulrich Althöfer berichtet, auf dem Besuchsprogramm des Baureferates. 

Der fachkundige Blick richtet sich auf die im weiteren Sinne künstlerische Ausstattung. Nach einem einfachen Schema entstehen „Steckbriefe“ mit den wichtigsten Angaben zu den Objekten. 

Die Details fließen in eine interne Datenbank. Bilder von innen und außen belegen die aktuelle Situation des Bauwerks und ergänzen die systematische Materialsammlung. 

„Alles, was einen Wert für die Gemeinde hat“ geht in die Unterlagen ein, die der Gemeinde als Ausdruck oder digital zur Verfügung gestellt werden. Die Informationen seien somit vergleichbar aufbereitet und auf einfache Art und Weise jederzeit abrufbar, berichtet der Kunsthistoriker. 

So bestehe eine gute Grundlage, wenn beispielsweise Entscheidungen zu Restaurierungen anstehen oder möglicherweise auch einmal ein Eigentumsnachweis erbracht werden muss. 

Diese Arbeit macht Niels Körner sichtlich Spaß. „Eine tolle Einsatzstelle“, meint auch Bernhard Anzalone, Leiter der von der Deutschen Denkmalstiftung getragenen Jugendbauhütte. 

Er weiß, wie wichtig kompetente Anleiter sind, die das Interesse wecken und den Freiwilligen „beim Entdecken“ helfen. 

„Das ist ein gutes Miteiander“, sagt er. Niels Körner lernt den beruflichen Alltag kennen und sammelt wertvolle Erfahrungen. 

Das Freiwillige Jahr bringt ihn weiter, hier findet er Orientierung für den weiteren Weg.

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