Wilhelm-Morgner-Preis

Kunst-Fachleute suchen Finalisten aus

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Kunst-Fachleute suchten gestern aus 110 vorsortierten Bewerbern die zehn Finalisten für die Ausstellung zum Wilhelm-Morgner-Preis aus.

Soest    393 Künstler aus der ganzen Welt haben sich für die Ausstellung zum Wilhelm-Morgner-Preis beworben. Eine fachkundige Jury suchte gestern (27. August)  aus einer Vorauswahl von 110 Künstlern die zehn Finalisten aus.

Ihre Arbeiten sind vom 29. September an im Museum Wilhelm Morgner zu sehen. Am 16. November wird der Wilhelm-Morgner-Preis an einen dieser Künstler vergeben. „Ich bin froh, dass wir nach der Ausstellungs-Eröffnung eine zweite Jurysitzung haben, um den Preisträger zu ermitteln“, sagte Jan-Christoph Tonigs, künstlerischer Leiter aus dem Kloster Bentlage und einer der Juroren. „Mit Abstand sehe ich manche Bilder anders.“ 

Gestern zogen sich die Diskussion der Jury und die Auswahl der Bilder über mehrere Stunden hin. Dr. Thomas Oyen, Vorsitzender des Fördervereins Wilhelm Morgner und Initiator des Preises, wunderte sich, dass sich immer rund 400 Künstler um die Ausstellung und den Preis bewerben, der alle drei Jahre vergeben wird. Bewerber aus 29 Ländern „Das war schon bei der ersten Ausschreibung so. Und in all den Jahren sind es nicht mehr und nicht weniger geworden“, sagte Oyen. Die fast konstante Zahl darf als Bestätigung dafür gewertet werden, dass der mit 15 000 Euro ausgestattet Preis sehr attraktiv ist. 

Diesmal kommen die Bewerbungen aus der gesamten Bundesrepublik, vor allem aus den Kunst-Hotspots wie Düsseldorf, München oder Berlin. Die Künstler sind zwischen 23 und 89 Jahre alt und nennen 29 verschiedene Geburtsländer – nicht nur in Europa, sondern auch in Asien, Afrika und Amerika. 

Dr. Jochen Venus, Medienwissenschaftler an der Universität Siegen und einer Juroren stellt fest, dass es unter den eingesandten Bewerbungen offenbar „kein sich durchziehendes Motiv“ gebe, sondern eher eine „Suchbewegung“. 

Der Wilhelm-Morgner-Preis wurde für Malerei ausgeschrieben und wird zum insgesamt 25. Mal vergeben. Der Preis wird bereits seit 1953 ausgelobt, erster Preisträger war der Bildhauer Hermann Berges. 

Wurde der Preis zunächst zweijährig vergeben, gab es 1969 mit dem Skandal um die preisgekrönten „Einsiebungen“ von Renate Weh einen Einbruch. Danach wurde der Preis erst vier Jahre später wieder vergeben und zwar differenziert nach Jury- und Besucherpreis. Das Intervall der Preisvergabe erweiterte sich auf vier Jahre, bevor die Vergabe 1995 vorerst komplett eingestellt wurde. 

12 Jahre später initiierte Dr. Thomas Oyen die Wiederbelebung des Wettbewerbs. Stadt Soest, Sparkasse Soest und Kloster Paradiese sowie einige engagierte Bürger unterstützen das Projekt. Daher kann der Preis jetzt zum fünften Mal im neuen Modus ausgeschrieben werden. 

Der Preis ehrt den 1917 im Alter von 26 Jahren gefallenen Soester Expressionisten Wilhelm Morgner, der als herausragender Künstler des Expressionismus und Wegbereiter der Abstraktion mit seiner Malerei die künstlerische Entwicklung im 20. Jahrhundert entscheidend mit beeinflusst hat.

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