Verpackungsverordnung in der Praxis: Immer mehr Pappe im Altpapier

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Auf dem Recyclinghof Sekrowest am Alten Elfser Weg in Soest werden Papier ind Pappe aus Privathaushalten und Gewerbebetrieben in großen Mengen zu 500 bis 600 Kilogramm schweren Ballen gepresst, die dann an die Paierfabrik gehen.

Soest - Immer mehr Pappe landet in der Altpapiersammlung. Gemessen am Volumen in der Gesamtmenge liege der Anteil inzwischen bei gut 50 Prozent, sagt Nikolaus Windsheimer von der Entsorgungswirtschaft Soest (ESG). 

Zusteller, die Stapel von Kartons zu den Häusern schleppen, gehören inzwischen zum gewohnten Bild. Der Versandhandel boome, betont auch Nikolaus Windsheimer. Die Leute bestellen im Internet und lassen sich die Pakete bequem bis zur Haustür liefern. 

Weil sie sich in der digitalen Welt mit den Weiten des Internets tummeln, landet offenbar weniger Gedrucktes in den dafür vorgesehenen Behältern. Bezogen auf das Gesamtgewicht nehme Pappe inzwischen knapp ein Drittel ein, so Windsheimer. Jeder Einwohner gebe pro Jahr 74 Kilogramm Papier und Pappe zur Entsorgung – ein Aufkommen, das annähernd stabil geblieben sei. Geändert hat sich allerdings der Mix. 

Doch nicht alles, was zur Wiederverwertung in der Tonne landet, gehört auch dort hinein, wie etwa Kontoauszüge oder Kassenbons auf Thermopapier, Küchenkrepp oder Klebezettel. Der Fachmann der ESG führt dazu aus, dass Sortenreinheit in der blauen ebenso wichtig sei wie in der grünen Tonne. Das Gemisch aus dem Kreis Soest gehe überwiegend in Fabriken in der Region. 

"Störstoffe" belasteten die Papierproduktion

Alle „Störstoffe“ belasteten also unmittelbar die Papierproduktion und führten zu Wertabschlägen mit negativen Folgen für die Gebühren. Windsheimer rät: „Wenn also Zweifel bestehen, ob es sich tatsächlich um Papier oder Pappe handelt, sollte immer besser die graue Tonne oder der gelbe Sack – beispielsweise bei Bäckertüten mit Kunststofffolie – genutzt werden.

Er sagt auch: „Gäbe es nur Druck-Erzeugnisse, könnte Altpapier relativ kostengünstig über Depotcontainer und Bündelsammlungen erfasst werden.“ Die Papiertonne sei von vornherein darauf ausgerichtet, neben Blättern, Heften, Zeitschriften auch die größeren Verpackungen zu erfassen. Konkret: Der Eimer ist schneller voll, obwohl weniger drinnen ist. 

Zwei getrennte Systeme zu fahren, das sei den Bürgern jedoch nicht vermittelbar, sagt Windsheimer. Es sei aber auch klar, dass die Verpackungen einen größeren Anteil an Kosten ausmachen, als es ihrem Gewicht in der Papiertonne entspricht. 

Heike Herzig von der Verbraucherzentrale hält noch einen Alltagstipp parat: Wer ein großes Fest feiert und meint, mit Pappgeschirr ein gutes Werk zu tun, der irre: Das Gegenteil sei der Fall, er produziere nämlich eine riesige Menge Restmüll.

Mehrmals verwenden

Um Müll einzusparen, sei es am besten, verpackungsfrei einzukaufen, empfiehlt Heike Herzig von der Verbraucherzentrale Soest. Sie rät zu wiederverwertbarem Material. Holz ist ein kostbarer Rohstoff, der nicht unendlich zur Verfügung steht. Um die Wälder zu schützen, sollten Kartons mehrfach genutzt werden. Das halten sie aus.

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