Internationaler Garnisons Club Soest im Zeichen der Völkerverständigung

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Alte Kameraden mit viel Freude am Miteinander: Stolz präsentieren Wilbur Scharman, Bruno Koblitz und Robert Hamilton das neue Vereinsheim.

Soest - „Bruno der Bauleiter“ steht auf dem Holzschild, das deutlich sichtbar an der Wand hängt. „Der Bruno hatte hier beim Renovieren den Oberbefehl“, sagt Robert Hamilton augenzwinkernd. Hamilton hat das Schild für Bruno Koblitz gezimmert, der den Schotten dafür immer wieder lachend als Engländer bezeichnet. Es geht locker zu in den neuen Räumen des Internationalen Garnisons Club Soest (IGCS): Man arbeitet gemeinsam, man schätzt sich, man neckt sich.

„Die Kameradschaft hier ist sehr gut“, sagt Robert Hamilton, „das findet man sonst nirgendwo“. „Wir haben lange nach einem neuen Heim gesucht“, sagt Bruno Koblitz. Der Mann ist ICGS-Geschäftsführer und Hauptmann a.D.. Für seine Kameraden im Club ist er der Bruno, der zum Glück die „Bauleitung“ beim Umzug übernommen hat. 

„Ränge spielen hier keine Rolle“, meint Robert Hamilton, „weil wir ein ,All-Ranks-Club’ sind“. Nötig wurde der Wechsel in die ehemalige Gaststätte „Sonneneck“, weil das bestehende Vereinsheim in der ehemaligen Landwirtschaftsschule vom Kreis Soest gekündigt worden war. „Das kam für uns zu einem ungünstigen Zeitpunkt, weil auch wegen der neuen Pläne für die ehemalige Adamkaserne viele Vereine auf der Suche nach einem neuen Domizil sind“, skizziert Koblitz die Schwierigkeiten bei der Suche.

Fündig sei man schließlich über Beziehungen in den Kalten Höfen 28 geworden, wo einst das Sonneneck, zuletzt ein Dartclub Zuhause gewesen sei. 

„Das war eine Ruine“ 

Der Umzug präsentierte sich für den Club als echte Herausforderung: Bis September musste das alte Heim eigentlich leer sein, die neue Heimat war in keinem guten Zustand. „Das war eine Ruine“, meint Robert Hamilton. Die Herausforderung für das 30 Mann starke handwerkliche Clubteam einerseits und die Vereinskasse andererseits ist inzwischen gemeistert: Hell und freundlich lädt ein großer Raum die Clubmitglieder ein, draußen gibt es zudem Tische und Stühle auf einer Terrasse. 

„Das allermeiste ist in Eigenleistung passiert“, sagt Bruno Koblitz, „da lernt man die Kameraden nochmal ganz anders kennen“. Was nun im ehemaligen Sonneneck passieren wird? Bruno Koblitz: „Paragraph 2 unserer Satzung legt fest, dass wir uns der Völkerverständigung verschrieben haben. Im Club sind derzeit neben Deutschen auch Belgier, Kanadier und Briten aktiv.“ Konkret bedeutet das, dass sich dreimal pro Woche Belgier zum Billard treffen werden, mittwochs eine gemischte Kaffeerunde stattfindet und ein monatlicher Clubabend steigt. Weitere Treffen der drei Club-Untergruppierungen „Deutsche Luftwaffe“, „Marine-Club“ und „5. Linie“ komplettieren die Vereins-Aktivitäten. 

Durchschnittsalter von gut 65 Jahren 

Zur Völkerverständigung gehört zudem eine Jahresfahrt, bei der historische (Kriegsschau-)Plätze besucht werden, „damit es nie wieder so wird wie es einmal war“. Der IGCS versteht sich mit seinen 160 Mitgliedern und einem Durchschnittsalter von gut 65 Jahren nicht mehr als rein soldatische Vereinigung. Aufgrund von Familienmitgliedschaften sind Frauen ebenso im Club wie Menschen, die ohne militärische Erfahrung sind und sich der Völkerverständigung verschreiben wollen.

2003 wurden die Aktivitäten mit dem Bürgerpreis der Stadt Soest geehrt, bekannt sind die Vereinsmitglieder auch von der Soester Fehde, wo sie für die Unterbringung der Camper aus aller Welt in den Gräften Verantwortung tragen. 

Mitten im Gespräch geht die Tür auf: Wilbur Scharman kommt herein, wird von den Kameraden begrüßt. Auf die Frage, wieso er im Club sei, antwortet der Kanadier: „Die Kameradschaft ist sehr gut. Wir helfen uns gegenseitig und stehen auch in schwere Zeiten zueinander. Das hat mir schon sehr geholfen.“ 

Apropos Verständigung: Am Samstag, 27. Oktober, lädt der Club die Nachbarschaft zwischen 15 und 17 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Ab 18 Uhr findet dann – nur für Mitglieder – die offizielle Eröffnung statt. 

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