In Österreich bestellt

Neue Trafos versorgen Soester Norden mit Strom

Trafo Danziger Ring Soest
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Mit einem Lastenkran ist jetzt der erste der beiden 16 Tonnen schweren Trafos im Norden installiert worden.

Einen Stromtrafo kauft man nicht mal so eben um die Ecke. Um einen möglichst leistungsstarken und zudem leisen Umspanner für die Versorgung des Soester Nordens zu bekommen, haben die Stadtwerke eigens in Österreich bestellt.

Soest –  Per Sattelschlepper hat der erste Trafo jetzt die 800-Kilometer-Tour von Linz nach Soest absolviert und ist am Montagmorgen am Danziger Ring aufgebaut worden. Er ersetzt dort einen Alt-Trafo, der bei einer Bombenexplosion Ende Juni zu Bruch gegangen ist (Infokasten). Donnerstag rollt der nächste Ferntransport mit Trafo Nummer 2.

Ein Fünftel der gesamten Stadt wird über diesen Knotenpunkt mit Strom versorgt, teilen die Stadtwerke mit. Die neuen Spannungsumwandler sind stattliche Blöcke, über vier Meter lang, zwei Meter breit, fast vier Meter hoch und wiegen jeweils 16 Tonnen. Die Schalter für die Spannungsregelung stammen aus der neuesten Generation und kommen ohne Öl aus. Öl wird allerdings weiterhin zum Kühlen der Blöcke in großen Mengen benötigt; dazu müssen in die Fundamente Auffangwannen eingebaut werden, falls die Trafos leck schlagen.

Wanne ist öl- und wasserdicht

Das Investment in neue Technik lohnt sich in mehrfacher Hinweis, heißt es bei den Stadtwerken. Abgesehen davon, dass eine Reparatur des 40 Jahre alten Blocks nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre, laufen die neuen Trafos deutlich effizienter und reduzieren die Verluste beim Stromumwandeln um zehn Prozent.

So einen mehr als zehn Tonnen schweren Trafo stellt man allerdings nicht einfach so in die Landschaft. Für die beiden Umspanner am Danziger Ring mussten ebenso schwere wie wasserdichte Betonfundamente her. Die hat – nur einen Steinwurf entfernt – die Firma Lehde am Schwarzen Weg gefertigt: Jeder Block wiegt satte 34 Tonnen. Die als Wannen ausgeformten Fundamente müssen im schlimmsten Fall die 4500 Liter Öl „schlucken“, mit denen der Trafo gekühlt wird.

Gigantische Teile

Martin Butz ist Mit-Geschäftsführer beim Soester Familienunternehmen Lehde und hat den Bau der Spezial-Fundamente begleitet. Mit absolut wasserdichtem Beton, wie er auch für die Bodenplatten von Tankstellen verwendet wird, seien die Trafo-Fundamente „in einem Guss“ hergestellt worden. Schon vor Weihnachten, damit die gigantischen Teile genug Zeit zum Aushärten bekamen, sind sie im Werk im Soester Osten produziert und im Januar mit Spezialtransportern samt Begleitschutz des Nachts an den Danziger Ring gebracht worden.

Lehde, sagt Butz, fertigt durchaus häufiger Fundamente für Trafohäuschen oder Maschinen. Diese Bauteile aber gehören zu den besonders großen und besonders anspruchsvollen Produkten dieser Kategorie.

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