Patrokli-Dom

Die neue Allerheiligenglocke ist angebracht

+
Die neue Allerheiligenglocke für den Soester Dom haben viele Zuschauer bestaunt. Mittlerweile ist die Glocke im Turm angekommen.

Soest - „Das ist eine Glocke für die ganze Stadt“, sagte Propst Josef Heers. Nun ist die Allerheiligen-Glocke da. Viele kamen, um bei ihrer Ankunft dabei zu sein und den Austausch zu sehen: Die Vorgängerin ging, die Nachfolgerin kam – und hat nun ihren Platz im Geläut von St. Patrokli.

„Nun hat sie ausgedient“, stellte Erhard Hoheisel vom Kirchenvorstand fest, als die alte Allerheiligen-Glocke am Drahtseil hängend allmählich vom Turm in die Tiefe schwebte.

Das Publikum erlebte am Donnerstagmorgen ein spektakuläres Schauspiel. Gleich zwei Schwergewichte galt es akribisch zu bugsieren: zunächst den „angeschlagenen“ voluminösen Klangkörper aus den 90er-Jahren, der nicht mehr zu reparieren ist und schon lange schweigt, dann den glänzenden Koloss – eine genaue Kopie – aus der Gießerei „Royal Eijsbouts“ in den Niederlanden, der nun seine Stimmen erhebt.

Jeder Handgriff muss sitzen

Da galt es Maß- und beinahe Millimeterarbeit zu leisten, sowohl für die Leute von Bedachung-Becker in Lippborg um Chef Mario Becker und Richtmeister Markus Gaßmann als auch für die beiden Glockenmonteure Hans-Jochem Peter und Hubert Koßmann von der Firma Rincker.

Jeder Handgriff musste sitzen. „Das wird schon klappen“, zeigte sich gleich zu Beginn der Aktion der Mann am Steuerhebel des Krans, Harald Tasche vom Unternehmen Bracht, aus Erfahrung zuversichtlich.

Er kennt die Verhältnisse am Dom: Auch vor gut 20 Jahren saß er in der Kanzel des Lastenträgers, als es galt, die neuen Bronzen für St. Patrokli in den Turm zu heben.

Alles klappte am Donnerstag wie am Schnürchen, sehr zur Erleichterung von Erhard Hoheisel. Er steckte – so wie auch Hans-Joachim Sperling, ebenfalls im Kirchenvorstand – viel Kraft in dieses anspruchsvolle Unternehmen, das intensiven Einsatz und gründliche Vorbereitung erforderte.

Die Glocke als Botschafterin des Glaubens

Er sei ganz ruhig, gab Hoheisel zunächst noch zu verstehen. Räumte etwas später angesichts des enormen Aufwandes aber doch ein: „Jetzt werde ich langsam nervös“. Doch nun ist es geschafft: Das Werk ist unter Dach und Fach. „Glocken begleiten die Menschen durch den Tag und die Jahreszeiten“, hob Propst Josef Heers hervor.

Die Botschafterin des Glaubens lade zum Gebet, zu Festen und Feiertagen, künde im Leben von Freud und Leid.

Im großen Chor mit dem Publikum erklang nach der Weihe das Kirchenlied „Großer Gott wir loben dich“. Zu den überaus interessierten Beobachtern gehörte auch Jop van Brussel, Geschäftsführer der Gießerei in Asten. Auch für ihn ist es immer wieder ein besonderer Tag, wenn eine Glocke aus seinem Haus am Ort ihrer Bestimmung eintrifft.

Die neue Allerheiligenglocke wird gesegnet und im Turm eingebaut

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare