Für den Neubau gegenüber dem Soester Morgnerhaus sieht Gestaltungs-Beirat noch Verbesserungs-Bedarf

Ziemlich groß für die Soester Altstadt: Der Neubau (Skizze) gegenüber dem Morgnerhaus.

Soest – Im Gestaltungs-Beirat sind jetzt die ersten Skizzen des Wohn- und Geschäftshauses vorgestellt worden, das an sensibler Stelle vis-à-vis des Morgnerhauses und neben dem „Anno“ in der Thomästraße auf dem heutigen Parkplatz gebaut werden soll.

Das Fazit nach dieser ersten Runde: Es gibt noch viel Arbeit für die Architekten, denn die drei Sachverständigen des Fachgremiums sehen durchaus reichlich Verbesserungsbedarf. 

Als Investor und Baubetrieb tritt die Soester Holzbaufirma Materio auf. Für sie war es im direkten Sinn des Wortes „naheliegend“, sich für dieses derzeit unbebaute Grundstück zu interessieren, hat das Unternehmen doch bereits nebenan die einstige Gaststätte „Anno“ erworben. Dort entstehen gerade Wohnungen; außerdem ist hier bereits die Soester Malschule eingezogen, unten soll Gastronomie geboten werden. 

In dem neuen Wohn- und Geschäftshaus nebenan, so Architekt Carsten Rinsdorf, sollen zunächst mal – je nach Bodenbeschaffenheit – ein oder zwei Park-Ebenen für knapp 50 Autos im den Kellergeschossen platziert werden. Oben drüber vier Stockwerke, ins Parterre könnten Büros oder Läden einziehen, die drei Etagen darüber sind für Appartements (vorn zur Thomästraße) und für Wohnungen auf der Rückseite gedacht. 

Städtebaulich hat sich Rinsdorf weitgehend an der Fassade des benachbarten Baus zur Rechten (Commerzbank) orientiert. Dessen Treppenhaus-Anbau soll abgerissen werden und in einer „Fuge“ aufgehen, die Alt und Neu verbindet. Genau an diesem Punkt setzt der Gestaltungs-Beirat an. 

Dessen neue Vorsitzende Dagmar Grote freut sich zunächst mal, dass die Pläne „so früh“ auf den Tisch kommen, und sie bescheinigt dem Architekten: „Sie haben vieles richtig gemacht.“ Doch mit Länge und Volumen des Hauses mitten in der eher von kleinen Bauten geprägten Altstadt habe man so seine lieben Schwierigkeiten. Grotes Kollege im Beirat, Franz-Jörg Feja, nennt die Ähnlichkeit des Bank-Gebäudes und des Neubaus „fast historisierend“, gerade so, als ob der Bau am Potsdamer Platz nun einfach weitergebaut werde. 

Doch dem widerspreche die Fuge zwischen Bestand und Neuem. Die Anregungen, die Proportionen erneut in den Blick zu nehmen und an einer Gliederung der „ziemlich langen“ Fassade zu arbeiten, stoßen bei Architekt Rinsdorf auf Wohlwollen: „Das machen wir gern.“ Die Fortsetzung des Ringens um eine gelungene städtebauliche Lösung hier mitten in der Altstadt ist also fest vereinbart.

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