Neuauflage für Soester Glockenkonzert

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Die Stadt war voll beim vergangenen Glockenkonzert. Viele Soester und Auswärtige wollten sich das bis dato einmalige Ereignis nicht entgehen lassen. Jetzt gibt es einen Nachschlag.

Soest - Die Altstadt wird wieder klingen. Die Glocken aller Kirchen innerhalb des Walls werden zunächst für sich und später, zum Abschluss, im Plenum ihre Pracht entfalten, teilt Stephan Haverland mit.

Haverland organisierte im vorigen Sommer bereits das erste große Konzert, das in Soest riesigen Anklang fand. Nun steht der Termin der Neu-Auflage: Am 29. Juli 2018 wird das imposante historische Geläut in Soest und bis in die Börde hinein zu hören sein. Wer die Premiere erlebte, äußerte sich begeistert. Ein großes Publikum wanderte vergangenes Jahr an einem Sonntagnachmittag in den Ferien durch die Stadt, um unter den Türmen Station einzulegen, dort innezuhalten und den Melodien zu lauschen. 

Viele feierten den ökumenischen Gottesdienst im Dom, die letzten Besucher bekamen dort nur noch einen Stehplatz. „Ein schöner Erfolg“, freut sich Stephan Haverland, der dem Vorstand des Geschichtsvereins angehört. Weil die Idee so gut ankam, das Projekt viel Beifall bekam, etliche Besucher eine Wiederholung wünschten, andere dagegen bedauerten, dieses Musik-Erlebnis verpasst zu haben, ergreift er erneut die Initiative. Mit den Gemeinden sei bereits gesprochen worden, auch die Läutemannschaft stehe wieder parat.

Eigentlich war vorgesehen, dieses Ereignis im längeren Abstand zu bieten, um den Anspruch der Besonderheit zu wahren. Wegen der großen Nachfrage sei nun ein ausnahmsweise kürzerer Zeitraum vorgesehen, erläutert Haverland. Der Rahmen bleibe im Großen und Ganzen bestehen. Allerdings seien einige Variationen geplant, so sollen diesmal auch die kleineren Glocken von St. Patrokli zum Einsatz kommen. 

Anschlagen mit der Hand

Warum er wieder bereit ist, viel Arbeit in die Vorbereitungen zu stecken? „Es macht mir Spaß“, antwortet Stephan Haverland. Es interessiere ihn, alte Techniken wiederzubeleben. Damit spricht der Soester unter anderem das traditionelle Beiern an, das im im Gegensatz zum herkömmlichen Schwingen steht und früher einmal gang und gäbe war: das Anschlagen des Klangkörpers per Hand, Pedale oder mit dem Hammer nach einem bestimmten Rhythmus und in festgelegter Reihenfolge. 

Die einzelnen Darbietungen müssen bis auf die Minute pünktlich beginnen, damit eins ins andere greift. Als der Rundgang im vorigen Juli bei der Brunsteinkapelle begann, gerieten sogar manche alteingesessene Soester ins Schwärmen: Zum ersten Mal in ihrem Leben vernahmen sie die Glocke des kleinen Gotteshauses in der Schonekindstraße.

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