Neue Mitglieder willkommen

"Nachhaltig leben in Soest": Gruppe gibt konkrete Umwelt-Tipps

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Was, wo, wie: Bei Johanna Adler und Helena Funke geht es um Hinweis fürs tägliche Leben.

Soest  - Von der großen Politik halten sie sich fern. Von allzu vielen Diskussionen auch. Die „WhatsApp“-Gruppe „Nachhaltig leben in Soest“ versteht sich als Plattform für lokale Tipps und Tricks, um einen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

Aus den beiden Gründerinnen Johanna Adler und Helena Funke ist innerhalb von drei Monaten eine Gruppe mit 69 Teilnehmern geworden. „Die Idee ist mir gekommen, als ich mich selbst mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt habe“, sagt Johanna Adler. „Extrem betroffen“ sei sie im heißen Sommer des letzten Jahres gewesen, als die den beinahe leeren Möhnesee gesehen habe. „Da hat mich eine fast existentielle Angst ergriffen“, erinnert sie sich. Und als ihre Tochter in der Schule eine Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit hatte, sei ihr klar geworden, dass sie handeln müsse. Diskussionen um Ananas aus Costa Rica, verpackte Mandarinen oder Joghurt in Plastik holte die Familie aus der Welt der Ideen schnell zurück in den Alltag. Immer wieder gab es ganz konkrete Fragen.

„Johanna hat mich immer damals wieder angerufen“, sagt Helena Funke. Die ist schon seit Jahren unterwegs in Sachen „Müll vermeiden“ und „Verpackungen reduzieren“. „Bis Anfang des Jahres habe ich mich noch als Einzelkämpferin gefühlt“, sagt sie. Doch mit dem Engagement von Greta Thunberg habe sich auch in Soest vieles verändert. Spätestens seit ihrem Beitritt zur „Parents for future“-Gruppe seien ihre Fragen nicht mehr individuell, sondern viele Gleichgesinnte betreffend gewesen. 

Höchste Zeit also, sich auszutauschen. Worüber? Über die Frage, wo es unverpackte Butter gibt; oder wo Fleisch und Käse in mitgebrachte Dosen gepackt werden; welche Bäckerei akzeptiert mitgebrachte Beutel? Wo wird das Waschmittel in Papier verpackt? Und wo gibt es Campinggeschirr aus Palmblatt anstatt aus Plastik?

Antworten gibt die Gruppe auch auf Fragen nach nachhaltiger Mode, Tausch- und Verschenkmöglichkeiten oder Ökostrom-Anbietern.

„Uns ist klar, dass wir mit unserem Engagement nicht die Welt retten können“, gibt sich Johanna Adler bescheiden. Stattdessen wolle man eine Anlaufstelle sein für alle, die sich ganz konkret über die Möglichkeiten zum Thema Nachhaltigkeit in Soest informieren und austauschen wollen.

Gibt es im Chat politische Statements, grätschen die beiden Gründerinnen schnell dazwischen. „Das soll hier nicht der Ort dafür sein“, sagt Helena. Überhaupt rät sie, die Gruppe am Smartphone auf „lautlos“ zu stellen. Denn zwar gebe es Tage, an denen nur wenige Beiträge kommen. An anderen Tagen sei das aber anders, „und wer will schon, dass es dauernd bimmelt?“.

Die letzte große Bimmel-Phase habe es zum Thema Schulbedarf gegeben. Da seien Fragen nach guten Einkaufsmöglichkeiten ebenso diskutiert worden wie die Vorgaben einzelner Schulen – und die Chance, gemeinsam gegen unsinnige Vorschriften vorzugehen.

Auch das rettet nicht die Welt. Muss es aber auch nicht. Als ein „Baustein vom großen Ganzen“ beschreiben Johanna Adler und Helena Funke ihre Gruppe – oder ganz schlicht als „nette Austauschplattform“.

Die Gruppe ist offen für neue Mitglieder. Die – und auch alle anderen – werden regelmäßig mit einer Zusammenfassung aller Tipps versorgt, die sich aus den Diskussionen der Vergangenheit ergeben haben.

Kontakt 

Wer mehr wissen will über die Gruppe „Nachhaltig leben in Soest“ oder der Gruppe beitreten möchte, schreibt eine Mail an nachhaltiginsoest@posteo.de und gibt Name und Telefonnummer an.

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