An der Thomästraße wird weiter gebuddelt

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Die Archäologen untersuchen jetzt das Areal an der Thomästraße, auf dem früher eine Diskothek stand. 

Soest - Die Soester Archäologen setzen ihre Arbeiten an der  Thomästraße fort. Sie durchforsten den Boden dort, wo einmal das Wohnquartier Thomä-Hof entstehen soll. 

Soests Chefarchäologe Dr. Walter Melzer und sein Team freuen sich, dass die ehemalige Diskothek an der Thomästraße, die jetzt abgerissen wurde, nur einen „Minikeller“ hatte. Dadurch konnten sie schon frühzeitig ermitteln, dass auf diesem Grundstück archäologische Funde zu machen sind. 

„Wir beginnen jetzt mit den Untersuchungen des Bodens und sind in zwei, drei Wochen fertig“, schätzt Melzer. „Wenn uns der Frost nicht einen Strich durch die Rechnung macht.“ 

Das Gelände westlich der Thomästraße bietet zurzeit einen wüsten Anblick mit Schuttresten, Baumwurzeln und einem Schotterberg. 

Das größere, zuletzt verrottete Gebäude mit Schaufenstern zur Straße wurde bereits abgerissen. Den Boden haben die Archäologen 2016/2017 untersucht. Jetzt ist das kleinere Gebäude abgerissen. Diesmal lässt die Bodenfärbung schon ohne Grabung erkennen, wo vermutlich archäologisches Material liegt. 

Mit Überraschungen rechnen die Altertumsforscher auf ihrem neuen Arbeitsgelände allerdings nicht. Sie vermuten eher, „dass sich die Dinge fortsetzen“, die sie bereits vor zwei Jahren auf dem benachbarten, ungleich größeren Areal gefunden wurden.

Damals wiesen die Altertumsforscher Spuren eines Pfostenbaus nach, der zu den am besten erhaltenen gehört, die je in der Altstadt gefunden wurden. Dr. Melzer datiert das Bauwerk auf das 11. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert muss es abgerissen worden sein, vermutet er.

Außerdem fanden die Altertumsforscher bei der ersten Grabung auf dem großen Grundstück Scherben mit Bandkeramik, die auf das fünfte vorchristliche Jahrhundert weist. Schon zwei Jahre zuvor waren die Archäologen auf bandkeramische Relikte aus dem Neolithikum gestoßen. Sie mussten den Boden untersuchen, bevor dort ein Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage gebaut wurde.

Vor jedem Neubauprojekt in der Stadt Soest werden die Altertumskundler gefragt. In der Regel finden sie archäologisches Material, weil sich im Bereich des Goßen Teichs und des Soestbachs aufgrund des guten Bodens schon früh Siedler niederließen.

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