Nach Zwangspause wegen Corona

Die Freude ist groß: Börde-Werkstätten nehmen Arbeit wieder auf

Ein Blick in die Klevinghaus-Werkstatt in Soest am Bleskenweg. Nach der Corona-Pause läuft der Betrieb wieder. Dafür ist ein detailliertes Schutzkonzept erforderlich. Die Beschäftigten ziehen nach Aussage der Betriebsleitung gut mit. Das Bild entstand vorige Woche.
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Ein Blick in die Klevinghaus-Werkstatt in Soest am Bleskenweg. Nach der Corona-Pause läuft der Betrieb wieder. Dafür ist ein detailliertes Schutzkonzept erforderlich. Die Beschäftigten ziehen nach Aussage der Betriebsleitung gut mit. Das Bild entstand vorige Woche.

Die Beschäftigten mit Behinderung in den Börde-Werkstätten sind nach der Corona-Pause froh, wieder zu arbeiten.

Soest – Mal ein oder zwei Wochen außerhalb des Urlaubs zuhause zu bleiben, das mag ja ganz schön sein – viel länger aber sollte die Pause nicht dauern. Das jedenfalls meinten viele Beschäftigte der Börde-Werkstätten, die heilfroh waren, nach der Corona-bedingten Schließung endlich wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren zu dürfen. Das berichten Michael Balzer als Leitung Technik für alle Betriebsteile sowie Fred Wenselowski, Betriebsleiter beim Börde-Industrie-Service.

An den vier Standorten – verteilt auf Soest, Werl und Lippetal-Herzfeld – läuft der Betrieb wieder voll. Das geht aber nur auf der Grundlage eines detaillierten und mit der Gesundheitsbehörde abgestimmten Konzeptes zum Schutz der insgesamt 640 Menschen mit Behinderung, die dort tätig sind, und der 130 Mitarbeiter, die sich für sie verantwortlich fühlen.

Ohne eine akribische Eingangskontrolle darf momentan niemand das Haus betreten. „Wir fragen nach Symptomen, messen die Körpertemperatur, und jeder bekommt eine OP-Maske“, berichtet Fred Wenselowski vom morgendlichen Start. Mittags wiederhole sich dieses Prozedere.

Coronavirus im Kreis Soest: Umfassende Hygiene-Maßnahmen in Werkstätten

„Wir haben uns gut vorbereitet“, stellt Michael Balzer mit Blick auf die umfassenden Hygiene-Maßnahmen fest, die seiner Meinung nach eine sehr hohe Sicherheit bieten.

Fred Wenselowski (vorige Woche): „Die Beschäftigten und Mitarbeiter müssen zurzeit in der Werkstatt OP-Masken tragen. Ausnahmen bestehen nur beim Essen im Speisesaal, wenn der Abstand am Arbeitsplatz größer als 1,50 Meter ist oder Corona-Abtrennungen vorhanden sind, dann darf die Maske abgenommen werden.“

Wir haben uns gut vorbereitet.

Michael Balzer, Leiter der Technik für alle Betriebsteile

Michael Balzer und Fred Wenselowski betonen, wie gut die Beschäftigten mitziehen: „Das klappt einfach super!“ Sie beschreiben aber auch den intensiven Einsatz des Teams, das im besonderen Maße gefordert sei und penibel darauf achten müsse, dass sämtliche Vorkehrungen auch eingehalten werden. Alle packten mit an, um das Risiko einer Ansteckung soweit es geht zu minimieren. Das Virus und das ständige Bemühen, die Pandemie einzudämmen, bestimmen seit Monaten den Alltag – auch in den Börde-Werkstätten. Fred Wenselowski erzählt von der Sorge der Beschäftigten, als sie vom erneuten Lockdown hörten und befürchteten, dass die Türen wieder geschlossen werden.

Treue Kunden

Die Börde-Werkstätten unter Trägerschaft der Evangelischen Perthes-Stiftung sind Dienstleister für Wirtschaft, Industrie, Kommunen sowie private Auftraggeber. Natürlich seien die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu spüren, so Michael Balzer. Schön sei es, dass die Kunden treu bleiben, keiner sei abgesprungen. Der Produktionsumsatz sei allerdings zurückgegangen. Dazu kommen die Ausgaben für den Infektions-Schutz.

Die Beschäftigten sind unter professioneller Anleitung unter anderem in der Montage, Schreinerei und in der Metallverarbeitung tätig. Doch während die eine Branche boomte – weil zum Beispiel viele erkannten, wie schön es ist, mit dem Fahrrad zu fahren – wirkte sich der Ausfall von Festen und anderen Veranstaltungen negativ aus. Michael Balzer: „Wir arbeiten auch für die Getränkeindustrie. Doch da ist der Markt komplett zusammengebrochen.“

Abstand halten, Hände desinfizieren, Masken tragen – für die Beschäftigten längst eine Selbstverständlichkeit. „Wir wollen unsere Angebote unbedingt aufrechterhalten“, sagt Michael Balzer. Ein Einbahnstraßensystem, versetzte Zeiten für den Arbeitsbeginn morgens und den Abschied nachmittags, transparente Trenn-Elemente aus dicker Folie – das alles soll dazu beitragen. „Wir müssen aufklären und bewusst machen“, setzen Michael Balzer und Fred Wenselowski auch auf eine gründliche Information.

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