Psychiater soll Gutachten erstellen

Eine Woche nach der tödlichen Messerattacke in Soest: Angehörige sprechen jetzt von Wahnvorstellungen

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Tatort an der Burgundischen Straße.

Ein psychiatrischer Sachverständiger soll Licht in die Bluttat an der Burgundischen Straße in der vergangenen Woche bringen.

Soest - Dort hatte am Mittwoch, 1. Juli, ein 18-jähriger Abiturient seinen Onkel (41) und seinen Großvater (65) niedergestochen. Der Onkel erlag kurz darauf seinen Verletzungen; der Großvater liegt weiterhin verletzt im Krankenhaus; sein Zustand ist stabil.

Eine Vernehmung des 18-Jährigen, so teilt die Staatsanwaltschaft auf Anzeiger-Anfrage mit, ist bislang nicht möglich gewesen. Der Soester habe sich selbst beim Haftprüfungstermin höchst aggressiv verhalten. Der Richter schickte ihn deshalb in die Psychiatrie nach Eickelborn. Bereits bei der Festnahme, so die Staatsanwaltschaft, soll sich der mutmaßliche Täter auffällig verhalten haben: Er sei auf Socken vom Tatort geflüchtet, sei mit seinem blutverschmierten Hemd unterwegs gewesen und habe fremde Autos geöffnet. 

Kein Streit vor dem Angriff

Die Familie war vor einer Woche aus einem gemeinsamen Urlaub nach Soest zurückgekehrt. Von hier aus wollte der Onkel den weiteren Heimweg nach Wetter antreten. Ein konkreter Streit sei der tödlichen Messerattacke nicht vorausgegangen, sagt der Staatsanwalt.

Zumindest habe niemand aus der Familie einen solchen mitbekommen. Wohl aber erwähnten die Angehörigen, der Junge habe Wahnvorstellungen geäußert. Am Tattag habe man vergeblich versucht, ihn zu beruhigen. Als der 18-Jährige auf seine beiden Verwandten einstach, sei kein weiterer Zeuge dabei gewesen. Deshalb versprechen sich die Ermittler weitere Details von der Vernehmung des Großvaters. Der habe bislang noch nicht förmlich angehört werden können und befindet sich auf dem Weg der Besserung.

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