Ringstraßen-Kreuzung

Nach tödlichem Radunfall: Soester sammelt Geld für Sicherheits-Spiegel

Bernd Gockel mit einem Probeexemplar des speziellen Spiegels an der Kreuzung Deiringser Weg. - Fotos: Dahm

Soest – Der tödliche Radunfall am Deiringser Weg vom 16. November wirkt bis heute nach. Inzwischen hat der Stadtentwicklungsausschuss Korrekturen an der Ringstraßen-Kreuzung gefordert; jetzt ergreift mit Bernd Gockel auch ein Privatmann die Initiative für mehr Sicherheit an der Kreuzung: Der Soester sammelt Geld für Spiegel, die Lkw-Fahrern helfen, ansonsten „unsichtbare“ Radfahrer neben ihrem Truck zu erkennen.

Denn genau daran hatte es Mitte November offenbar gehapert. Der zwölfjährige Junge verhielt sich vorschriftsmäßig und wartete rechts neben dem Lastwagen auf das Grünsignal der Ampel. Als die umsprang, starteten der Fernfahrer und der Schüler gleichzeitig. Der Lastwagen bog nach rechts ab und erfasste den geradeaus fahrenden Jungen. Der starb noch an der Unfallstelle.

In einem ergreifenden Brief an Öffentlichkeit und Politik mahnte die Familie des getöteten Zwölfjährigen vor der Ausschuss-Sitzung im Februar Korrekturen an. „Lassen Sie unseren Engel Gabriel nicht umsonst gestorben sein!“ Die Politiker folgten schließlich der Anregung, die wartenden Radfahrer vor dem motorisierten Verkehr Aufstellung nehmen zu lassen und sie auch durch das vorzeitige Grün besser zu schützen.

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„Ich habe das gelesen und musste sofort an meinen 13-jährigen Enkel denken“, sagt heute Bernd Gockel. Denn auch sein Enkel ist täglich mit dem Rad in Münster unterwegs. Dort sind nach einem schweren Radunfall, bei dem eine Studentin ums Leben kam, an vielen Kreuzungen die Sicherheitsspiegel montiert worden. Gestiftet hat sie in Münster eine Farben-Firma zu ihrem Jubiläum. Gockel hat sich inzwischen mit dem holländischen Hersteller dieser Spiegel in Verbindung gesetzt und sich ein Exemplar nach Soest schicken lassen. Im Rathaus, so berichtet er, habe man sich zwar interessiert den Vorschlag angehört, aber auch zu verstehen gegeben, es jetzt erst einmal mit Vorab-Grün und vorgezogenem Radbereich zu versuchen. Deswegen will Bernd Gockel die Spiegel-Idee nun auf eigene Faust in die Tat umsetzen.

Er sucht dazu Firmen und Privatleute, die bereit sind, für das Vorhaben etwas Geld locker zu machen. Von der Summe dürfte am Ende abhängen, wo überall sonst noch die Spiegel aufgehängt werden.

„Sinnvoll wäre es an den meisten Kreuzungen entlang der alten B1“, sagt Gockel. Denn hier passiert jeden Tag eine Menge Schwerlastverkehr die Ringstraße.

Wer die Idee unterstützen mag oder Fragen dazu hat, erreicht Bernd Gockel telefonisch unter 02921 / 62771.

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