Soester Einzelhandel will durchstarten

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Michael Edingloh von „Michelle“ schaut auch in herausfordernden Zeiten zuversichtlich nach vorn. „Ich gehöre zu den Optimisten“, sagt er

Soest – Erst traf der Lockdown die Geschäftswelt, dann bremste das Shoppen mit Masken die Kauflust. Doch nun melden sich nach der Rückkehr von etwas mehr Normalität auch die Kunden wieder zurück. Der Soester Einzelhandel zeigt sich nach einem eher verhaltenen Start im Großen und Ganzen zuversichtlich – das ist der Eindruck, den hiesige Kaufleute vermitteln. 

Wir haben uns in einigen von Inhabern geführten Läden umgehört. Ein Stimmungsbild!

 Lange war’s ruhig. „Doch jetzt zeichnet sich endlich Bewegung ab“, berichtet Michael Edingloh von Michelle Mode und Design am Seel. Dass die Türen im Frühjahr schließen mussten, bezeichnet er im Hinblick auf die Kasse als „mehr als heftig“. Doch er sagt auch: „Ich stöhne nicht. Das bringt nichts.“ Ohnehin gehöre er zu den Optimisten. Der Lockdown habe sein Geschäft ereilt, als gerade die Sommerware komplett ausgepackt und gebügelt war, so Edingloh. 

Was auf der Stange hängen blieb, bietet er derzeit mit satten Rabatten an. 

Andererseits: Weil viele nicht auf Reisen gingen, blieb Geld auf dem Konto übrig, das nun reicht, um sich außer der Reihe ein besonderes Stück für die Wohnung zu holen.

 „Die Leute wollen es sich zuhause schön machen“, sagt auch Julia Fischer von Una Goccia in der Marktstraße. Sie bietet Feinkost an und stellt fest, dass Soester und Auswärtige, die bei ihr einkaufen, sich gern etwas Gutes gönnen. Hatte sie die Öffnungszeiten zunächst angepasst, ist sie nun wieder zur gewohnten Routine zurückgekehrt. „Die Situation „normalisiert sich.“, meint Julia Fischer. Sie schaut positiv nach vorn und spricht ein großes Lob aus: „Ich habe tolle Kunden.“

Sebastian Twittmann von Foto Lehmann erzählt vom zögerlichen Wiederbeginn, „doch je länger es dauert, desto besser wird es.“ Wie reagieren die Kunden auf die Corona-Regeln, die sie im Laden einhalten müssen? „Sehr gut“, lautet die Antwort. Nur selten müsse jemand auf den Sicherheitsabstand hingewiesen werden. Die Auswirkungen des Virus auf den Alltag spürt auch er: Weil große Feste wie Hochzeiten vorerst abgesagt oder auf später verschoben wurden, muss kein professioneller Fotograf bestellt werden. 

Auch mancher Urlaub falle aus. Wer sonst eifrig knipst, braucht, weil er zuhause geblieben ist, keine Abzüge oder Alben. „Bei den Bewerbungsbildern läuft es wie sonst auch“, fügt Sebastian Twittmann hinzu. 

Marc Schreiber vom Schuhhaus Schreiber stellt klipp und klar fest: „Ich werde in diesem Jahr keinen Cent verdienen.“ Er spricht von schwierigen Zeiten und von Rücklagen, die er einsetzen musste. Er habe festgestellt, dass gerade die modischen Spontankäufe wegfallen, da die Kunden eher zielgerichtet in den Laden kommen statt zu bummeln. 

Schreiber weist auf die Hotline hin, die er im Frühjahr einrichtete, als das Wetter schön war, und Eltern dringend Sandalen für ihre Sprösslinge brauchten. Um um in einer derart herausfordernden Lage zu bestehen, seien kreative Ideen gefragt. Das hohe unternehmerische Risiko aber bleibe. Für den Herbst und Winter sei das Geschäft mit einer guten Auswahl gewappnet. 

Heike Lentering von Inspiration am Vreithof freut sich, viele ihrer Stammkunden wieder zu begrüßen. Sie stellt fest, dass auch wieder mehr Leute durch die Stadt schlendern. Was fehlt, seien allerdings die Touristen wie etwa die Busausflügler. 

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