Weiße Wände im Museum Wilhelm Morgner

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Wilfried Hagebölling zeigt im Garten des Burghofs eine seiner Skulpturen. Am 1. Juli wird eine Ausstellung mit Skulpturen und Zeichnungen von ihm im Museum Wilhelm Morgner eröffnet. 

Soest - Seit fast einem Monat sind im Museum Wilhelm Morgner Umgang und Kabinett sind leer. Im Raum Schroth wird gebaut. Die Zeit zwischen den großen Ausstellungen werde für Umbauten gebraucht, sagt Museumsleiterin Dr. Annette Werntze.

Am 20. Mai ging die Wanderausstellung „Klang der Frömmigkeit – Luthers musikalische Erben“ zuende, eine Woche später endete im Raum Schroth die Schau „That’s what (s)he said“. Seither ist im Umlauf und im Kabinett nichts zu sehen. 

„Selbstverständlich ist eine ausstellungsfreie Zeit nicht gewünscht, jedoch gibt es immer wieder Umbauzeiten, die die Vorbereitung neuer Ausstellungen notwendig machen“, sagt Museumsleiterin Dr. Annette Werntze.

Im Obergeschoss hätten keine Ausstellungen gezeigt werden können wegen der Bearbeitung des Bodens im Raum Schroth. Wegen der Schleifarbeiten könnte es möglichweise zu Feinstaubentwicklungen kommen.

Zurzeit seien noch zwei nicht unwichtige Ausstellungsbereiche bespielt, der Hans-Kaiser-Raum mit Hans Kaiser und Fabian Ginsberg, und im Morgnersaal werde der städtische Kunstbesitz gezeigt, macht Werntze deutlich. 

Ab 1. Juli soll die Ausstellung mit Skulpturen und Zeichnungen des Paderborner Künstlers Wilfried Hagebölling eröffnet werden. Seine Arbeiten sind dann im ganzen Haus inklusive des Raums Schroth zu sehen. Ab Anfang der Woche werde aufgebaut, so dass die Besucher sehen, dass wieder Leben in das Museum komme, stellt Werntze fest. Ausstellungsfreie Umbauzeiten seien jedoch nie ganz zu vermeiden, auch wenn die Stadt sich bemühe, sie so kurz wie möglich zu halten, sagte die Museumsleiterin. 

Es ist ja nicht so, als gäbe es in Soest nicht genug zu gucken: Kunstsaal, „Schlachthof“-Kneipe, Dommuseum, Kirchen, Ausstellungen in Cafés und Läden – überall wird was geboten, an Kunst ist also kein Mangel. Aber trotzdem fragt man sich: Müssen die Wände im Museum Wilhelm Morgner weiß bleiben, wenn gerade keine große Ausstellung ansteht? Schließlich wurde das Museum mit viel Geld und Aufwand renoviert und ist seit dem vergangenen Jahr Stolz und Aushängeschild der Soester Kunstszene. Es würde reichen, in einer Ausstellungspause ein paar Grafiken aus dem reichen Kunstbesitz aufzuhängen – ohne großes Brimborium oder wissenschaftliches Beiwerk. Sozusagen als Bonbon zwischendurch. Besucher, die von weit her ins renovierte Museum kommen, stünden nicht vor leeren Wänden. Und für die Soester wäre es das Signal: Seht her, das haben wir auch!

Angemerkt:

Es ist ja nicht so, als gäbe es in Soest nicht genug zu gucken: Kunstsaal, „Schlachthof“-Kneipe, Dommuseum, Kirchen, Ausstellungen in Cafés und Läden – überall wird was geboten, an Kunst ist also kein Mangel. Aber trotzdem fragt man sich: Müssen die Wände im Museum Wilhelm Morgner weiß bleiben, wenn gerade keine große Ausstellung ansteht? Schließlich wurde das Museum mit viel Geld und Aufwand renoviert und ist seit dem vergangenen Jahr Stolz und Aushängeschild der Soester Kunstszene. Es würde reichen, in einer Ausstellungspause ein paar Grafiken aus dem reichen Kunstbesitz aufzuhängen – ohne großes Brimborium oder wissenschaftliches Beiwerk. Sozusagen als Bonbon zwischendurch. Besucher, die von weit her ins renovierte Museum kommen, stünden nicht vor leeren Wänden. Und für die Soester wäre es das Signal: Seht her, das haben wir auch!

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