Mord am Hellweg: Autorin sucht Tatort in Soest

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Die Anthologien zu „Mord am Hellweg“ haben mit einer Gesamtauflage von 70 000 Exemplaren eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Autorin Kathrin Heinrichs (Mitte) recherchierte in Soest für ihren „Auftragsmord“. Begleitet wurde sie von Christiane Antons, der stellvertretenden Leiterin des Westfälischen Literaturbüros in Unna (rechts). Bei Herbert Kanein im Kulturhaus „Alter Schlachthof“ ist Heinrichs schon oft als Kabarettistin und Autorin aufgetreten. Im Herbst stellt sie dort ihren Krimi vor.

Soest – Kathrin Heinrichs hat bekommen, was sie sich gewünscht hat: Soest als Schauplatz für den Krimi, den sie für die Anthologie „Mord am Hellweg“ schreibt. Am Freitag ließ sich die Sauerländerin Wiesenkirche, Dom und Krähen von Stadtführer Klaus Fischer zeigen, um den rechten Tatort, das Motiv und die Tat selber zu finden.

Fremd ist die Bördestadt der Autorin und Kabarettist nicht, schließlich ist sie in beiden Rollen schon vielfach im Kulturhaus „Alter Schlachthof“ aufgetreten. Gestern aber ging’s um gezielte Recherche. Der Arbeitstitel des Krimibandes lautet „Glaube. Liebe. Leichenschau“. Darum standen vor allem die beiden Kirchen – und die Krähen – auf dem Besichtigungsprogramm.

„Ich habe zwei Ideen, die eine ist zu gut zwei Dritteln gediehen. Ich probiere beide aus. Die, die besser funktioniert, die wird’s“, schildert die Autorin. Mehr gab sie nicht preis.

Die „Mord am Hellweg“-Krimibände gehören von Beginn an zum Festival und haben seitdem eine Gesamtauflage von rund 70 0000 erreicht. Der nächste Band soll im Frühsommer 2016 erscheinen.

Zwölf Normseiten stehen jedem Autor der Anthologie zur Verfügung, darauf muss mindestens ein Mord untergebracht werden.

Das Wichtigste bei einem solchen Kurz-Krimi wie diesem sei es, den richtigen Ton, die passende Perspektive zu finden, sagt Kathrin Heinrichs. Nicht selten schildert ein Autor das Geschehen aus Sicht des Täters: „Das bringt Spannung.“

Wer umbringt und wer umgebracht wird, das erfahren Leser und Hörer jedoch erst, wenn der Sammelband erscheint und wenn Kathrin Heinrichs ihre Geschichte im „Schlachthof“ vorliest. „Das wird um Kirmes rum sein“, kündigt „Schlachthof“-Chef und Krimi-Fan Herbert Kanein an. Genaue Daten stehen noch nicht fest.

Der Startschuss für die Bekanntgabe des gesamten Programms und den Kartenverkauf zu „Mord am Hellweg“ fällt am kommenden Mittwoch. Nach und nach werden die Veranstaltungen ins Internet gestellt, für die Tickets geordert werden können. Krimi-Fans müssen also immer auf der Hut sein. Kanein verrät noch: Auch Krimiautor Kai Magnus Sting ist in Soest zu erleben.

Mehr im Internet: www.mordamhellweg.de

Wissenswertes kompakt

Mord am Hellweg, Europas größtes internationales Krimi-Festival, wird seit 2002 als Biennale veranstaltet und vom Westfälischen Literaturbüro in Unna und der Kreisstadt Unna, Kulturbetriebe, Bereich Kultur geleitet. 

Charakteristisch sind oft außergewöhnliche Veranstaltungsorte. So wurden Lesungen unter anderem bereits in Burgruinen, Industriedenkmälern, alten Kirchen und neuen Museen, in Polizeipräsidien und Justizvollzugsanstalten sowie in Binnenschiffen veranstaltet.

Kathrin Heinrichs, 1970 im Sauerland geboren, tritt seit 1999 im Kabarett als Lehrerfrau Helga Hammer-Gescheidt auf. Auch einige Theaterstücke gehören zu ihrem Repertoire. Als Autorin schreibt sie Kurzgeschichten und Krimis über den Lehrer und Detektiv Vincent Jakob. Kathrin Heinrichs ist Mitglied im „Syndikat“, der „ehrenwerten Gesellschaft deutschsprachiger Krimiautoren“.

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