"Weltklassik am Klavier" gibt auf

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Der Pianist Alaexander Yakovlev ist am  Sonntag, 13. August, um 17 Uhr  einer der letzten, der in der Reihe "Weltklassik am Klavier" im Kulturhaus "Alter Schlachthof" spielt. Die Reihe läuft Ende des Jahres aus. 

Soest - Die monatliche Reihe „Weltklassik am Klavier“ im Kulturhaus „Alter Schlachthof“ geht mit Ablauf diesen Jahres zuende.

Organisatorin Andrea Lugg nennt zwei Gründe: „Für uns Veranstalter lohnt es sich nicht mehr. Hinzu kommt, dass der Schlachthof sich mit dem neuen Leiter neu ausrichtet und wohl ein jüngeres Publikum ansprechen will.“ 

Acht Jahre lang seit September 2008 hatten die Veranstalter – ein Zwei-Frau-Betrieb – jeden Monat einen Weltklasse-Pianisten nach Soest geschickt, der auf der Bühne im „Schlachthof“ die größten und berühmtesten klassischen Werke für Klavier – von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ bis zu Franz Liszt und Sergej Prokofieff –zu Gehör brachte. 

Allen Beteiligten war von Anfang an klar, dass der „Schlachthof“-Saal mit seiner lässigen Atmosphäre nicht das ideale Ambiente für klassische Konzerte ist. „Aber wir waren Herbert Kanein, dem früheren Chef, sehr dankbar, dass er uns unterstützt und den Raum zu Verfügung gestellt hat“, sagt Andrea Lugg heute. Ein passender, bezahlbarer Raum war damals in Soest nicht zu finden. 

50 bis 60 Zuhörer kämen zu den monatlichen Konzerten, zumeist ältere, schildert Lugg. Es werden immer weniger. „Der Aufwand in Soest lohnt sich nicht mehr für uns. Wir organisieren die ,Weltklassik’-Reihen nur zu zweit und bekommen keinerlei öffentlichen Zuschüsse“, sagt Lugg. 

Hinzu komme, dass der „Schlachthof“ unter neuer Leitung signalisiert habe, man setze stärker auf junges Publikum. Die Stammhörer hätten betroffen reagiert, als sich die Nachricht vom Ende herumgesprochen habe, sagt die Organisatorin. Viele seien traurig, hätten Hilfe angeboten. Die „Kulturpforte“, der Verein zu kulturellen Unterstützung Bedürftiger, will sich noch mal mit den Organisatoren an einen Tisch setzen.

Die haben sich derweil in der Umgebung umgesehen, aber noch keinen angemessenen Konzertraum gefunden: Der Blaue Saal in Soest, zweifellos die passende Umgebung für Klassik, ist zu teuer. Mit Musikschulen an sich hat man schlechte Erfahrungen gemacht. Bad Sassendorf will die klassische Konzertreihe nicht, es gebe kein Publikum dafür, hörte Andrea Lugg.

 Sie zuckt die Achseln und sagt: „Andernorts sind die Hallen voll und die Konzerte schon Wochen vorher ausverkauft.“ In Soest spielen jetzt noch vier Pianisten. Dann geht der Klavierdeckel endgültig zu. Lugg: „Es wäre jetzt auch zu spät für uns. Wir planen schon für 2019“. 

www.weltklassik.de

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