Allerheiligenkirmes

Momo ist Rekommandeur und ein Meister der großen Klappe

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Momo ist Rekommandeur und ein Meister der großen Klappe.

Soest – Große Klappe und nix dahinter, das mag draußen in der Welt außerhalb des Kirmesplatzes reichen, um eine große Nummer zu werden – hier drinnen im Führerstand des „Musik Expresses“ reicht das noch lange nicht. Hier ist das Reich von Momo. Und der ist eine ziemlich große Nummer in seiner Branche, weil er einer der besten Rekommandeure Deutschlands ist. 

Rekommanwas? Rekommandeure! Eigentlich kein Wunder, dass mit der Berufsbezeichnung nur die wenigsten Besucher einer Kirmes etwas anfangen können – bekommen sie doch von denen in aller Regel wenig zu sehen, dafür aber umso mehr zu hören. Dabei ist Momo, für weniger gute Freunde Mohamed Ahmad, mit seinen 190 Zentimetern Körpergröße eine durchaus imposante Erscheinung und kaum zu übersehen – in Verbindung mit einer durch knallharte Auf- und Abbauarbeit gestählten Physis nicht ohne Wirkung, wenn Fahrgäste mal etwas nachdrücklicher auf das Einhalten von unbedingt nötigen Sicherheitsvorschriften hingewiesen werden müssen. 

Nicht nur dabei ist aber die Stimme das mit Abstand wichtigste „Handwerkszeug“ für Momo. „Wenn es darum geht, dass hier niemand zu Schaden kommt, bleibe ich zwar so freundlich wie möglich, aber wenn nötig, wechselt die Stimmlage. Das verstehen die allermeisten sofort“, lacht er. 

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Und er hat ja auch gut lachen: Zu seinem kräftigen Body hat ihm der liebe Gott (oder seine einst aus dem Libanon eingewanderten Eltern) eine Stimme mit auf den Lebensweg gegeben, mit der er problemlos von samtig-sonor auf no-nonsense umschalten kann – immer mit einem unverkennbar nordischen Zungenschlag. Praktisch wenn man Erzieher, Seelsorger und Kumpel vereinen muss in seinem Job. 

Dabei war dem 35-Jährigen ein Schaustellerleben nicht gerade vorbestimmt. Seine Eltern waren vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat geflüchtet und ausgerechnet im ostfriesischen Leer gelandet, da wuchs dann auch Sohn Mohamed auf. Dort schätzt er mehr als alles andere die Stille – ausgerechnet. Weil er aber schon früh viel Zeit bei einer Schaustellerfamilie verbrachte, schlitterte er nach einer Ausbildung im Hotelgewerbe doch ins Schaustellergewerbe: 

Nach fast zehn Jahren beim Autoscooter der Familie heuerte er dann vor ein paar Jahren bei Michael Krause und dessen „Musik Express“ an. Für Momo ein Traumjob, auch wegen des Publikums in einem der Traditionsgeschäfte schlechthin: „Hier fahren Großeltern mit Enkeln, Kinder und Jugendliche und Menschen irgendwo dazwischen und haben Spaß. Besser geht´s doch nicht“, schwärmt der Mann an den Mischpulten. 

Dort regelt er nicht nur Tempo (bis zu 13 Runden pro Minute) und Timing, sondern schiebt auch flotte Sprüche aus der Konserve ein – und legt natürlich die Musik auf. Und weil er dabei immer den richtigen Ton findet, ist Momo eine so große Nummer unter den Rekommandeuren.

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