Kauft Münchener Unternehmen jetzt auch Block 3?

+
Die Blöcke 4, 5 und 7 (rot umrandet) hat „Armand Adam“ bereits erworben, kommt der Block 3 (blau) jetzt noch hinzu?

Soest - Wie geht es weiter mit dem Block 3 auf dem Gelände der ehemaligen Adamkaserne? Nachdem dort eigentlich die städtische Wohnungsgesellschaft Sozialwohnungen bauen sollte, gibt es jetzt neue Entwicklungen.

Viele nagelneue Mietwohnungen sollen rein. Und richtig günstig. Und ein Museum unterm Dach, so groß wie möglich – am besten das komplette Geschoss. Rechnen soll es sich aber auch, Steuergeld soll dafür schließlich nicht ausgegeben werden. Im Block 3 der ehemaligen Adamkaserne soll das Unmögliche möglich werden. Und möglich machen soll das Ganze jetzt ein Unternehmen aus München. 

Wie eine Sprecherin des Unternehmens „Armand Adam“ bestätigte, habe es eine Anfrage gegeben, ob ein Erwerb des Blockes in Frage käme. Bekanntlich hat „Armand Adam“ in der Vergangenheit bereits die Blöcke 4, 5 und 7 erworben und plant, die ersten beiden zu Mietwohnungen umzubauen und den Block 7 gewerblich zu nutzen. Derzeit, so die Sprecherin, werde ein Konzept für den Block 3 entwickelt, das bereits in einigen Tagen fertig sein soll und dann Verwaltung und Politik vorgestellt wird. Über Details des Konzeptes ist allerdings bislang nichts bekannt. 

Ursprünglich sollte die neue städtische Wohnungsgesellschaft den Block 3 sanieren und dort neben einem Museumstrakt im Obergeschoss des Gebäudes rund 30 günstige Sozialwohnungen fertigstellen. Dann veränderten sich allerdings die kalkulatorischen Grundlagen: Die reinen Baukosten dürften aufgrund der allgemein guten Konjunktur inzwischen deutlich über den einst angenommenen Werten liegen, hinzu kommt ein beträchtlicher finanzieller Aufwand für die Entsorgung giftiger Stoffe in den Wänden – die Rede ist von rund 300 000 Euro. 

In der Konsequenz heißt das: Mit den für den Bau von Sozialwohnungen möglichen Fördergeldern ist die Sanierung nicht kostendeckend zu machen, die Stadt liefe Gefahr, Geld aus dem Haushalt zuschießen zu müssen. Die Politik hat sich dazu aber bislang nicht durchringen können und eine Entscheidung über einen Verkauf des Blockes deshalb auf die nächste Ratssitzung vertagt. Die findet nach der Sommerpause im September statt. 

Nach Anzeiger-Informationen wird inzwischen ernsthaft erwogen, die Verpflichtung zum Bau von Sozialwohnungen im Block 3 entfallen zu lassen. Entsprechende Signale habe es auch an die Vertreter von „Armand Adam“ gegeben bei einem Gespräch im Rathaus.  

Derzeitiger Eigentümer der Immobilie ist die Wirtschaftsförderung der Stadt. Deren Geschäftsführerin, Prof. Monika Dobberstein, wollte sich zu den Entwicklungen gegenüber dem Anzeiger nicht äußern, sondern verwies an Peter Wapelhorst, Beigeordneter und Kämmerer der Stadt. Wapelhorst bestätigte auf Anfrage lediglich, dass es in der vergangenen Woche ein Gespräch mit „Armand Adam“ gegeben habe.

Der Plan, die Kosten - und wer sie bezahlt

Weil in Soest preisgünstige Mietwohnungen fehlen, sollten im Block 3 insgesamt 30 geförderte Einheiten gebaut werden. Damit war von der Politik zunächst die „Soester Wohnbau GmbH“ unter dem Dach der Stadtwerke beauftragt worden. „Wir sind nach wie vor daran interessiert, das Projekt umzusetzen“, versichert deren Geschäftsführer Andre Dreißen. Im Obergeschoss soll ein Museum entstehen und die Französische Kapelle erhalten bleiben. Unabhängig von der Größe dieser beiden Einrichtungen würde die Stadt wohl in jedem Fall die Mietkosten dafür übernehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare