Großer Andrang

Neue Freiheit: So lief der erste Morgen in der Modellkommune Soest

Modellkommune Soest
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Grégory Clément aus Werl genießt den Morgen in der Modellkommune Soest.

Seit dem Morgen haben die Restaurants und Cafés in Soest ihre Außengastronomie geöffnet. Soest ist Modellkommune. Der Andrang ist so groß wie die Freude. So lief der erste Vormittag in der Soester Innenstadt:

Soest - Zugegeben: Der Start für die ersten Gäste in der Modellkommune Soest ist nicht ganz einfach. Denn als am Mittwochmorgen die ersten Cafés ihre Außenbereiche öffnen, kommen auf jeden Gast mindestens zwei Medienvertreter: Fernsehen, Radio, Nachrichtenagenturen – alle mit dem identischen Auftrag, im Modellprojekt Stimmen und Atmosphäre einzufangen. Aktuelle News zur Corona-Pandemie im Kreis Soest finden Sie hier.

StadtSoest
BundeslandNordrhein-Westfalen
BürgermeisterDr. Eckhard Ruthemeyer

„Also der erste Kaffee ist nach einer halben Stunde kalt geworden“, meint Margit Husemann. Sie nimmt den Ansturm gemeinsam mit Freundin Gerlinde Kirschner gelassen. „Das ist doch pure Lebensfreude, hier endlich wieder draußen frühstücken zu dürfen“, lässt sie ihrer guten Laune freien Lauf. Gerlinde Kirschner meint, dass dieses Erlebnis dann doch für vieles entschädige.

Ähnlich entspannt sehen Sophia Fahrenbach und Ellen Neuhaus den Auftakt des Freiluftexperiments. Ganz früh gebucht hätten sie den Termin im Lamäng, meint Fahrenbach. Und Neuhaus freute sich über „endlich wieder ein bisschen Normalität“. Die Hürden bis an den Tisch hatte das Duo zuvor ganz gelassen gemeistert: Drüben in der Apotheke gab`s einen Schnelltest, das Einloggen per Smartphone klappte problemlos. Jetzt wird gefrühstückt.

Modellkommune Soest: Ältere Gäste haben Schwierigkeiten

„Das geht den jungen Gästen durch die Reihe so“, erklärt Betriebsleiter Imer Jashari. Doch ältere Gäste hätten da größere Schwierigkeiten. „Ich musste heute Morgen schon zwei Stammkundinnen wegschicken, weil sie keinen Test gemacht hatten. Die bekommen das nicht hin, online Termine zu buchen“, so Jashari. Liege ein Test vor, dann könnten er und seine Kollegen problemlos vor Ort beim Einchecken helfen – auch wenn jemand kein Smartphone habe.

Am späten Mittwochvormittag ist es noch still in großen Teilen der Stadt: Im Café Fromme, im Georgenkeller oder in der Kuhbar wird noch aufgebaut, der Vreithof liegt im Dornröschenschlaf. Und auch in der Brüderstraße bis hin zum Bahnhof gibt es keine Gäste draußen. Dafür füllt sich der Marktplatz zusehens.

Schönen Gruß: Margit Husemann und Gerline Kirschner gaben zuerst zahllose Interviews, ehe sie ihr Frühstück genießen durften.

Im Eiscafé Venezia genießt Verena Busemann einen ersten Espresso. „Das habe ich mir fest vorgenommen gehabt“, erklärt sie. Den Test hat sie schon am Vortag gemacht. Jetzt geht es ihr darum, „ganz entspannt eine Stunde hier zu sitzen und das Treiben zu beobachten“.

Ganz langsam fährt ein Polizeiauto über den Markt. Die Beamten beobachten das Geschehen, steigen aber nicht aus. Ein paar Meter weiter gibt es in der Bäckerei Sommer eben dieses Gefühl: Der Sommer hält Einzug in den Außenbereich. Die Sonne scheint bei einem seichten Lüftchen.

Schnelltest für Spontane

Schnell einen Cappuccino in der Stadt trinken? Das geht. In den Teststellen zum Beispiel im Blauen Saal gibt es auch ohne Reservierung die Möglichkeit, sich schnell testen zu lassen. Wer seinen Personalausweis dabei hat, muss sich zwar auf ein längeres Kitzeln in der Nase einstellen, hält dafür aber eine Viertelstunde später den (hoffentlich) negativen Test in Händen. Der gilt ebenso wie eine Impfbescheinigung als Eintrittskarte in die Außengastronomie. Was für die Gäste gilt, das muss übrigens auch das Personal täglich absolvieren: Einen Schnelltest entweder an einer offiziellen Teststelle oder in Betrieben mit geschultem Personal vor Ort. Sicher ist sicher.

Bei Kaffee und Frühstück ranken sich die Gespräche ums Einchecken und Bestellen, ehe die ersten Selfies in die sozialen Netzwerke abgesetzt wurden. „Extra nach Hause nach Soest bin ich gefahren“, lacht Nicole Koesmann. Die Studentin lebt eigentlich in Köln, machte für den Freiluft-Start aber einen Heimatbesuch. „Und jetzt sollen alle sehen, wie schön es mir hier geht.“

Modellkommune Soest: Hinter der Absperrung

Bänder oder Bretter, Blumenkübel oder Seile: Wer in ein Restaurant oder Café will, der muss hinter die Absperrung. Drinnen sind oft auch ganz spontane Reservierungen möglich. Der immer gleiche Hinweis: Zuerst ans Personal wenden, Test vorzeigen, dann registrieren und den zugewiesenen Tisch einnehmen. Am Tisch gilt es dann, den QR-Code von „Gast-ID“ einzuscannen. Die Kontaktdaten werden hinterlegt – und anschließend ist irgendwie alles wie früher, vor der Pandemie. Mal von den Absperrungen und Masken und den vielen Gesprächen ums immer gleiche Thema abgesehen.

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