Testen - Reservieren - Freunde treffen

Modellkommune Soest: Außengastronomie ab Mittwoch - alle Regeln und Details

Sie packen an, damit es ab Mittwoch läuft in der Modellkommune: Joe Yousafi, Mamdook Turkrmani und Hoziffa Hallak vom „Solista“ am Großen Teich.
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Sie packen an, damit es ab Mittwoch läuft in der Modellkommune: Joe Yousafi, Mamdook Turkrmani und Hoziffa Hallak vom „Solista“ am Großen Teich.

Ganz NRW wird ab Mittwoch (12. Mai) wohl neidisch in Richtung Börde schauen. Denn Soest ist Modellkommune und darf gemeinsam mit der Stadt Lippstadt die Außengastronomie in der historischen Altstadt öffnen.

Soest – Das Projekt mit Zustimmung des Landes Nordrhein-Westfalen sollte eigentlich schon vor zwei Wochen starten, musste aber aufgrund der steigenden Inzidenzwerte verschoben werden.

StadtSoest
LandkreisSoest
BürgermeisterDr. Eckhard Ruthemeyer

Jetzt werden die Regeln kreisweit gelockert, die Bundesnotbremse tritt am Samstag (8. Mai) außer Kraft. Für Soest und Lippstadt bedeutet das vor allem: Die Erprobung der Außengastronomie kann beginnen.

Modellkommune Soest: Diese Regeln gelten für Außengastronomie

„Testen – Reservieren – Freunde treffen“, unter diesem Motto haben die Städte das Projekt am Freitag vorgestellt. Und genau dieser Dreiklang ist Peter Wapelhorst, Geschäftsführer der Wirtschaft und Marketing Soest (WMS) besonders wichtig: „Wir wollen nicht das nächste Winterberg oder Tübingen werden. Daher sollten sich alle an die Auflagen des Projekts halten.“

Die Voraussetzungen für die Nutzung der Außengastronomie innerhalb der Wälle sind klar definiert: Der Kunde muss vor dem Besuch zunächst einen Corona-Schnelltest an anerkannter Stelle machen und sich im Lokal seiner Wahl anmelden. Für vollständig geimpfte Personen fällt die Testpflicht wie schon im Einzelhandel weg. Für Genesene gilt diese Befreiung vorerst nicht. Die Stadt prüft derzeit noch, wie der Nachweis über eine Immunisierung nach der Infektion ermöglicht werden kann.

Wir wollen nicht das nächste Winterberg oder Tübingen werden.

Peter Wapelhorst, Stadt Soest

Das negative Testergebnis, das vor Ort vorzuzeigen ist, darf nicht älter als 24 Stunden sein und muss bis zum Ende des Besuchs gültig bleiben. Wer also am Mittwoch um 14 Uhr einen Test macht, kann damit auch noch am Donnerstag die Gastronomie nutzen, muss den Tisch aber um spätestens 14 Uhr verlassen.

Es gelten die gleichen Kontaktbeschränkungen wie überall sonst in der Öffentlichkeit: maximal fünf Personen aus zwei Haushalten – ohne Maske. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Infizierter mal „durchrutscht“, sei sehr gering, so Wapelhorst. Beim Eintreffen werden Sitzplätze persönlich zugewiesen und die Kontaktdaten erfasst, möglicherweise über einen QR-Code.

Damit alles reibungslos verläuft, soll das Ordnungsamt in den Außenbereichen der Gastronomie verstärkt kontrollieren. Eine Beschränkung der Öffnungszeiten gibt es für die Gastronomen nicht.

Peter Wapelhorst und Dr. Eckhard Ruthemeyer freuen sich auf den Start des Modellprojekts in Soest am Mittwoch.

Neben den 31 bestehenden Anlaufstellen für kostenlose Schnelltests in Soest werden drei weitere Stationen in der Innenstadt eingerichtet: am Bahnhofsvorplatz (täglich 9 bis 18 Uhr), am Grandweg-Parkplatz (täglich 10 bis 18 Uhr) und am Hansaplatz hinter Venezia (Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr). Die Tests können sowohl mit Anmeldung als auch spontan erfolgen.

Mehr als 20 Gastronomen machen mit (siehe Übersicht ganz unten) – die Stadt beziffert die Anzahl der Sitzplätze auf rund 1.800.

Modellkommune Soest: „Neue Normalität“

Auch Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer betonte bei der Pressekonferenz zum Modellprojekt: „Wir wollen das Leben mit Corona möglich machen – aber verantwortungsbewusst.“ Die Stadt und der Kreis seien nun „ein gutes Beispiel“. Ruthemeyer, der mehrfach von einer „neuen Normalität“ sprach, ist optimistisch, dass „die dritte Welle durchbrochen ist“. Für die Gastronomen sei das nach neunmonatiger Pause eine gute Perspektive.

Lippstadts Bürgermeister Arne Moritz sagte, für die Gastronomen sei das Modellprojekt „keine Lizenz zum Gelddrucken“, sondern vielmehr eine Chance, einen Weg aus der Pandemie zu finden.

Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer will, dass die Stadt „kein Anziehungspunkt für das gesamte Ruhrgebiet“ wird.

Die Verantwortlichen haben natürlich auf dem Schirm, dass auch Auswärtige aus den Nachbarkreisen nach Soest kommen könnten, weil die Außengastronomie bei ihnen noch geschlossen ist. „Wir wollen kein Anziehungspunkt für das gesamte Ruhrgebiet werden“, erklärte Ruthemeyer. Daher werde viel Wert auf die vorherige Reservierung des Tisches gelegt. So würden auch Warteschlangen auf dem Marktplatz verhindert.

Dass Passanten aber doch mal spontan fragen könnten, ob noch ein Platz frei ist, sei nicht ausgeschlossen, soll aber „die absolute Ausnahme bleiben“ – ähnlich wie bereits beim „Click and Meet“-Shopping.

Dauer des Projekts

Das Modellprojekt ist zunächst auf mindestens drei und maximal sechs Wochen befristet. Wenn die Inzidenz aber wieder an fünf aufeinanderfolgenden Tagen über 100 steigt, sei ein kurzfristiger Abbruch unausweichlich.

Man habe sich mit allen Beteiligten auf den Starttermin am Mittwoch geeinigt, sagte Eckhard Ruthemeyer. „Im Wesentlichen machen alle Altstadt-Gastronomen bis auf ganz Wenige mit. Wir sind bereit und wir freuen uns.“

Manche Betriebe, zum Beispiel das Altstadt-Café oder Bettys K5, beteiligen sich nicht – entweder lohnt es sich aufgrund der kleinen Fläche nicht oder man ist gegen die Testpflicht und Ungleichbehandlung zwischen Gastronomen innerhalb und außerhalb der Wälle. Andere – wie die Eismanufaktur oder das Duende – sicherten zwar ihre Teilnahme zu, beginnen aber erst später. Das Duende will beispielsweise warten, bis das Wetter längere Zeit mitspielt.

Ein Schlüssel für das Projekt ist die Unterstützung durch das Gesundheitsamt des Kreises. Jörn Peters, Dezernent für Regionalentwicklung, erklärte, dass die wissenschaftliche Begleitung der Modellkommune im Fokus stehe. „Die Ergebnisse werden zur Nachverfolgung genutzt. Wir wollen damit zum Beispiel Teststrategien und Hygienekonzepte hinterfragen.“ Im Kreis Soest gebe es derzeit eine Kapazität von 20.000 Schnelltests pro Tag.

Modellkommune Soest: Sie machen mit

  • Eismanufaktur am Brüdertor, 02921 9619827 (ab dem 28. Mai)
  • Joos Nudelcafé am Brüdertor, 02921 5991254
  • „hier & jetzt“ in der Nötten-Brüder-Wallstraße, 02921 5991899
  • Mönchshof in der Brüderstraße, 02921 13883
  • Brauerei Christ in der Walburgerstraße, 02921 15515
  • Britta‘s Restaurant in der Thomästraße, 02921 5598520
  • Brauhaus Zwiebel in der Ulricherstraße, 02921 4424
  • Aloisius in der Ulricherstraße, 02921 666440
  • Hotel Pilgrimhaus in der Jakobistraße, 02921 1828
  • Der Kater in der Nöttenstraße, 02921 13544
  • Louis Kaffeebar in der Marktstraße, 02921 9695778
  • Brunello am Petrikirchhof, 02921 7002505
  • Lamäng am Kungelmarkt, 02921 767283
  • Café Fromme am Markt, 02921 2107
  • Eisdiele Venezia am Markt, 02921 15505
  • Hotel Restaurant „Im Wilden Mann“ am Markt, 02921 15071
  • Kuhbar an der Rathausstraße, 02921 3879655
  • Restaurant Fachwerk am Seel (Vreithof), 02921 3541898
  • Café Schümer am Seel (Vreithof), 02921 6606144
  • Solista in der Walburgerstraße (am Großen Teich), 02921 9444066
  • Hopfenstube/Hotel Stadt Soest in der Brüderstraße, 02921 36 22-0
  • Duende in der Thomästraße, 02921 380422 (Starttermin noch offen)
  • Ratskeller St. Georg in der Rathausstraße, 02921 3450190
  • Domhof in der Wiesenstraße, 02921/9810436

Aktuelle Informationen zum Coronavirus im Kreis Soest finden Sie im News-Ticker.

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