Premiere im Soester Stadtgebiet

Im 330-Seelen-Ort Meckingsen klappt das Prinzip "Mitfahrerbank"

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In Meckingsen steht jetzt eine Mitfahrerbank. Wolfgang Aßhauer, Hartmut Roßmann, Harald Kleinschmidt sowie Stephan und Brigitte Berger stellen sie vor.

Meckingsen – Blauer Himmel, Sonnenschein, ein Wetter wie im Bilderbuch lädt dazu ein, kurz Platz zu nehmen und den jungen Frühling zu genießen. Kaum sitzen wir, da hält auch schon das erste Auto an. Eine freundliche Frau am Steuer und ihre Beifahrer winken und fragen, ob wir einsteigen möchten. In Meckingsen gibt es jetzt eine Mitfahrerbank für alle, die etwas in der Stadt zu erledigen haben und nicht wissen, wie sie hinkommen sollen.

Das Prinzip funktioniert. Innerhalb von zehn Minuten hätten wir wahlweise Richtung Soest oder Hamm reisen können. „Die Idee kommt an“, freuten sich  Ortsvorsteher Stephan Berger und einige Nachbarn, die den „Testlauf“ interessiert beobachteten. 

Das Leben auf dem Land mag zwar ruhig und idyllisch sein. Etwas abgelegen in einem 330-Seelen-Ort zu wohnen, stellt aber häufig auch eine logistische Herausforderung dar, wenn kein Fahrzeug zur Verfügung steht. 

Was tun, wenn ein Arztbesuch ansteht? Wenn der Kühlschrank leer ist, und der Vorrat dringend aufgefüllt werden muss? Oft springen Verwandte oder Freunde ein, doch auch sie haben nicht immer Zeit.

Ausgemusterte Bank wurde aufgemöbelt

Die Meckingser Dorfgemeinschaft kennt die Probleme: Zwar fahren im Dorf Schulbusse, die auch die übrigen Bewohner nutzen dürfen, doch während der Ferienzeiten und am Wochenende, wenn kein Unterricht läuft, liegt der öffentliche Nahverkehr bis auf das Anruf-Sammeltaxi – das auf Bestellung rollt – so gut wie brach. 

Die Meckingser sollen trotzdem mobil sein – dank der neuen Bank als Dreh- und Angelpunkt eines zügigen Anschlusses an den Rest der Welt. Andere Gemeinden im Land praktizieren das Modell bereits. 

„Doch wir sind die Ersten innerhalb der Stadt Soest“, sagte  Stephan Berger. Vom ersten Ansatz bis zur Ausführung sei etwa ein dreiviertel Jahr vergangen, wobei die Stadt die Meckingser gut unterstützt habe, so der Ortsvorsteher. Dort habe er zum Beispiel eine ausgemusterte Bank geordert, die er für ihren alltäglichen Einsatz noch etwas aufgemöbelt habe.

Bunte Wildwiese am Autostopp geplant

Hans Oberhoff fertigte ein Hinweisschild aus Holz an und versah es mit einem geschnitzten Schriftzug, der auf den neuen Haltepunkt in der Ortsmitte hinweist. Die Station liegt zentral an der Durchfahrtsstraße. 

Und die Bewohner haben weitere Vorschläge, um das Angebot noch etwas zu verbessern. Wie wäre es, wenn die Mitfahrer Tafeln mit ihrem Wunschziel – also Bahnhof oder Einkaufszentrum – in die Höhe recken?, regte jetzt  einer der Nachbarn schmunzelnd an. 

Warten in Meckingsen soll Spaß machen. Schnell ergibt sich eine Gelegenheit zum kleinen Plausch mit den Anwohnern, mit Leuten, die gerade mit dem Hund spazieren gehen oder einfach nur ihre Runde drehen. 

In der Ortsmitte wird’s nicht langweilig, und auch das Auge soll sich erfreuen: Bald soll nämlich am Autostopp eine bunte Wildwiese sprießen.

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