Klinikum in der Krise

Klinikum-Mitarbeiter hörten mehr als zwei Stunden, wie es mit ihrem Krankenhaus weitergehen könnte

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Dunkle Wolken über dem Soester Klinikum

Mehr als zwei Stunden haben die Mitarbeiter des Klinikums am Dienstagabend in einer eilig einberufenen Mitarbeiterversammlung den Plänen von Geschäftsführer Sven Freytag zugehört, wie er das Krisen geschüttelte Krankenhaus wieder auf Kurs bringen will.

Soest - „Die Versammlung war erstaunlich gut besucht. Es war schön zu sehen, dass alle Stühle besetzt waren“. Das war allerdings auch schon die einzige Aussage, die Jörn Tyralla vom Betriebsrat des Klinikums über die lange Betriebsversammlung am machte. Im Sinn einer guten Zusammenarbeit habe sich die Personalvertretung der rund 1100 Mitarbeiter mit der Betriebsleitung geeinigt, dass nur Geschäftsführer Sven Freytag Fragen von außen beantwortet.

Zum weiteren Inhalt der Gespräche zwischen Mitarbeitern und Geschäftsführung gab es von Seiten des Betriebsrates folgerichtig keinen Kommentar.

Der Stadtrat hatte erst am Montag in geheimer Sitzung beschlossen, dem Klinikum nochmals ein Darlehen über 2,3 Millionen Euro zu gewähren.

Ganz einmütig war  die Vergabe des neuen Darlehens am Ende aber nicht gelaufen. Es gab, berichten Teilnehmer der Ratssitzung, die ihren Namen lieber nicht in der Öffentlichkeit lesen wollen,  einige wenige Gegenstimmen und „die Befürchtung“, alle Anstrengungen könnten am Ende nicht ausreichen, die Finanzen der Klinik in Ordnung zu bringen. 

Einer fasst seinen Eindruck so zusammen: „Es gibt da schon die Sorge, das Krankenhaus auf Dauer nicht halten zu können.“ Deswegen müsse es erlaubt sein, auch über „ein Ende mit Schrecken“ nachzudenken.

Auf jeden Fall, so sagen diejenigen, die optimistisch aus der Sitzung gekommen sind, gelte es nun, die Vorgaben der „großen Politik“ (zum Beispiel Bettenabbau und Deckelung bei den Angeboten und Leistungsabrechnungen) in den Blick zu nehmen und die Geschäftspolitik im Soester Klinikum darauf hin neu auszurichten.

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