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Mitarbeiter vom Max-Planck-Institut in Jena testen für Studie Mensch und Hund

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Von: Vanessa Moesch

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Ludwig Herbort und Schäferhund-Dame Ronja (links) sind das vorletzte Team einer groß angelegten Studie von Yana Bender (mitte). Sie und ihre Assistentin Amelie Stadtbäumer testen unter anderem Blindenführhunde und ihre Besitzer, um mehr über die Mensch-Hund- Beziehung zu lernen.	Foto: dahm
Ludwig Herbort und Schäferhund-Dame Ronja (links) sind das vorletzte Team einer groß angelegten Studie von Yana Bender (mitte). Sie und ihre Assistentin Amelie Stadtbäumer testen unter anderem Blindenführhunde und ihre Besitzer, um mehr über die Mensch-Hund- Beziehung zu lernen. © Peter Dahm

Rund 80 Mensch-Hunde-Teams wurden im Rahmen einer Studie des Max-Planck-Instituts jetzt in Soest studiert.

Soest – Ronja trägt noch ihr Geschirr, Schmusen und Spielen ist dadurch erst mal nicht möglich. Schließlich ist die Schäferhund-Dame noch im Dienst und führt ihr Herrchen Ludwig Herbort sicher durch die für ihn dunkle Welt. Die Beziehung zwischen Hund und Mensch ist eine ganz besondere, das weiß nicht nur Filomena Muraca-Schwarzer, Vorsitzende vom Blinden- und Sehbehindertenverein Kreis Soest (BSV Kreis Soest), sondern auch Yana Bender. Für ihre Doktorarbeit stellte die Psychologin, die am Max-Planck-Institut in Jena arbeitet, gemeinsam mit weiteren Studenten eine große Studie auf die Beine. Viel kann sie über den Inhalt der Studie zwar nicht verraten, „aber wir wollen mehr über die Beziehung zwischen Mensch und Hund lernen und verstehen und das Wissen dann auf zukünftige Gespanne anwenden“, erklärt Bender.

Getestet hat die Studienleiterin dafür rund 80 Mensch-Hunde-Teams, die in vier Gruppen unterteilt werden können: Familienhunde, Rettungshunde, Polizeihunde und Blindenführhunde. Die ersten drei Gruppen konnten alle in Jena getestet werden. „Blindenführhunde gibt es in Deutschland leider eher wenige“, sagt Bender, streckte daraufhin die Fühler aus und fand mit Hilfe von verschiedenen Blindenvereinen Studienteilnehmer. Mit einer mobilen Teststation tourten Bender und ihre Assistenten, darunter auch Amelie Stadtbäumer, durch Städte wie Köln und Dortmund und kamen schließlich auch nach Soest.

Muraca-Schwarzer half gerne, vermittelte Teilnehmer für die Studie und gab Tipps für einen passenden Raum zur Durchführung der Testung, die letztendlich in den Seminarräumen des Kreissportbundes stattfinden konnte. „Assistenz- und Blindenführhunde werden immer relevanter“, weiß sie. Der Schutz vor Vereinsamung, die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier. Das alles und noch mehr sei für die Menschen immer wichtiger geworden. War es vor der Corona-Krise eine Person, die einen Blindenhund hat, sind es jetzt bereits sieben, zwei weitere haben einen Antrag gestellt. „Ronja ist wie ein Sechser im Lotto“, bestätigt auch Herbort, möchte seine Schäferhündin auf keinen Fall mehr hergeben.

Auf sie wartet eine Testbatterie, das bedeutet, dass verschiedene Aufgaben unabhängig voneinander durchgeführt werden, darunter auch ein Parcours. Die Testung eines einzigen Teams dauert zwei Stunden. Anstrengend ist das für alle Beteiligten. „Insgesamt hat es fünf Monate gedauert, alle Mensch-Hunde-Teams für die Studie zu testen“, erzählt Bender und freut sich, den praktischen Teil beenden zu können. Dann folgt die Auswertung und für die ersten Ergebnisse werden noch zwei bis drei Jahre vergehen. Das erlangte Wissen soll dann unter anderem bei der Ausbildung der Vierbeiner angewendet werden, um die Beziehung zwischen Mensch und Hund weiter zu verbessern.

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