Rat entscheidet hinter verschlossenen Türen

Insider: Darum soll Stadt Soest dem Klinikum mit zwei Millionen Euro helfen

Mit einem Millionen-Darlehen soll die Stadt ihrer Tochter Klinikum Stadt Soest unter die Arme greifen. Debattieren und entscheiden wird der Rat am Mittwochabend darüber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
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Mit einem Millionen-Darlehen soll die Stadt ihrer Tochter Klinikum Stadt Soest unter die Arme greifen. Debattieren und entscheiden wird der Rat am Mittwochabend darüber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Soest - Ebenso zügig wie diskret ist bereits in der vergangenen Woche ein millionenschweres Gesellschafterdarlehen der Stadt für das Klinikum Stadt Soest auf den Weg gebracht worden – das erfuhr der Anzeiger jetzt aus gut informierten Quellen.

Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer soll damit auf eine entsprechende Bitte von Klinikum-Geschäftsführer Oliver Lehnert reagiert haben. Entscheiden wird darüber am Mittwochabend der Rat – im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung.

Dass es am Klinikum trotz positiver Jahresabschlüsse immer wieder mal Probleme mit der Liquidität gegeben hat und nach wie vor gibt, darüber hatte der Anzeiger bereits vor einigen Wochen im Rahmen der Berichterstattung über Fusionsgespräche zwischen Klinikum und Marienkrankenhaus berichtet. 

Offensichtlich sind diese Probleme aber größer und drängender als bislang bekannt war.

Der Hintergrund der möglichen Finanzspritze

Mit zwei Millionen Euro, so bestätigen Insider, soll die Stadt dem Klinikum jetzt unter die Arme greifen, um kurzfristig zu zahlende Rechnungen, etwa von Lieferanten, begleichen zu können.

Diskutiert worden sei die Darlehensanfrage bereits in der vergangenen Woche im Ältestenrat, bestätigten mehrere Quellen, die namentlich nicht genannt werden wollten. 

Unterschiedliche Meinungen im Gremium versprechen kontroverse Ratsdiskussion

In dem Gremium habe es unterschiedliche Meinungen dazu gegeben, ob die Stadt das Darlehen gewähren sollte oder nicht. Entsprechend kontrovers dürfte auch die Diskussion im Rat ausfallen.

Kritisiert worden sei vor allem, hieß es, dass kein schlüssiges Konzept vorliege, wie die kurzfristigen Liquiditätsprobleme nachhaltig gelöst werden könnten.

Weder die Stadt, noch das Klinikum und der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Roland Maibaum, wollten sich am Dienstag zu Details des Gesellschafterdarlehens äußern. Auf eine schriftliche Anfrage der Anzeiger-Redaktion verwies eine Sprecherin der Verwaltung auf die Vertraulichkeit der Gespräche, sagte aber zu, nach der Beschlussfassung „Informationen dazu zur Verfügung zu stellen“.

Maibaum bat um Verständnis darum, zu dem Thema im Vorfeld der für Donnerstagabend anberaumten Aufsichtsratssitzung keine Stellungnahme abgeben zu wollen. Ähnlich äußerte sich auch Frank Beilenhoff, Pressesprecher des Klinikums Stadt Soest.

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