Traditioneller Blues, wie er sein sollte

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Blues in allen Spielarten stellten Mike Zito und Jeremiah Johnson im "Alten Schlachthof" vor.

Soest– Vergangenes Jahr war Mike Zito noch mit dem Blues Caravan im „Alten Schlachthof“ zu Gast. Jetzt kommt er in Begleitung des Gitarristen Jeremiah Johnson aus St. Louis/Missouri wieder.

Jeremiah macht den Auftakt. Jahrelang schlug er sich ohne feste Engagements durchs Leben und landete schließlich in Houston/Texas, wo er dreimal hintereinander die Blues Challenge gewann. Seine Erfolgsspur beginnt aber erst nach dem Sprung über den großen Teich, als sein neuer Mentor Mike Zito seine aktuelle CD „Strait Jacket“ produziert hat. 

Auch in Europa bleibt er seiner Tradition treu und verbindet in seiner Musik Elemente des St. Louis Blues’, des Southern Rock und der Countrymusik. Dieses traditionelle Schema unterbricht Johnson mit seinen kurzen, aber eindrucksvollen Gitarrensoli. 

Blues mit Mike Zito im "Schlachthof"

Für den frischen, belebenden Rhythmus und den bluesigen Groove sorgen Bassist Terry Dry und der Schlagzeuger Matthew Robert Johnson. Nach einer kurzen Pause kommt Mike Zito auf die Bühne. Er hat gerade sein 15. Album „First Class Live“ eingespielt. Seit seinem Debüt „Blue Room“ im Jahr 1997 fühlt auch er sich der Tradition des Mississippi-Blues verpflichtet. Mit dem ersten Titel „Mississippi Nights“ transportiert Zito gleich zu Beginn erfrischend unbelastete Energie mit einer Uptempo-Nummer im Bluesschema. Das Stück ist ein erster Höhepunkt mitsamt der unaufdringlichen Slide-Gitarrenlinien, mit der er seinen Gesang unterlegt. 

Traditioneller Blues, der so klingt, wie es der Titel vermuten lässt, mit einer augenzwinkernden Verneigung vor Muddy Waters und Howlin’ Wolf. In den vergangenen Jahrzehnten bediente Mike Zito solo oder in Bands wie „Royal Southern Brotherhood“ die ganze Palette von Blues bis Rock. Bei „Old Black Graveyard“ lässt er seine Gitarre im schwermütigen Jimi-Hendrix-Sound erklingen. Terry Dry und Matthew Johnson sindfür ihn die perfekte Rhythmusgruppe. Immer wieder spendet das Publikum im gut gefüllten Saal Szenenapplaus. 

Der Titel von Mike Zitos Soloalbum „Make Blues not War“ ist ein musikalisches Statement. Da kommen Fans des Bottleneck genauso auf ihre Kosten, wie die Anhänger der explosiv gespielten E-Gitarre. Entspannt nimmt Mike Zito mit Terry Dry ein Bad in der Menge. Während Dry lässig an die Bühne gelehnt seinen Bass zupft, bringt Zito dem Publikum ein Ständchen und posiert für ein Handyfoto. 

Zum Finale kommt Jeremiah Johnson zu einer Jam Session auf die Bühne. Die beiden Gitarristen greifen mit ihren Soli die gesamte Bandbreite zwischen Blues und Rock ab. Ein fulminanter Abschluss, der bei den begeisterten Fans keine Wünsche mehr offen lässt.Michael Joswig

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