Messerstecherei am Penny-Markt: Ex-Freundin belastet Angeklagten

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Vor der Strafkammer des Arnsberger Landgerichts verwickelte sich eine Zeugin zwar mehrfach in Widersprüche, aber in einem Punkt war sie sich ganz sicher: Ihr Ex-Freund hat am 23. Mai einen jungen Soester mit einem Messerstich lebensgefährlich verletzt.

Soest – Sie verwickelte sich mehrfach in Widersprüche, berief sich bei Nachfragen immer wieder auf Erinnerungslücken und musste sogar einräumen, in Vernehmungen bei der Polizei gelogen zu haben – aber in einem Punkt war sich eine 29-jährige Frau, die am Dienstag vor der Strafkammer des Arnsberger Landgerichts als Zeugin aussagte, ganz sicher. Es war ihr damaliger Freund, der am Abend des 23. Mai hinter dem Penny-Markt im Soester Süden einen jungen Mann durch einen Messerstich schwer verletzte.

Dieser Ex-Freund, der auch der Vater ihrer ein Monat alten Tochter ist, sitzt nicht zuletzt wegen der Aussagen seiner ehemaligen Lebensgefährtin auf der Anklagebank und muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten. Er hat alle Schuld von sich gewiesen und behauptet, zum Zeitpunkt der Tat in der gemeinsamen Wohnung in Westönnen auf seine damalige Freundin gewartet zu haben. 

Das bestreitet die Frau allerdings inzwischen – nachdem sie zunächst noch gegenüber der Polizei behauptet hatte, den Angeklagten am Tag nach der Attacke, bei der ein 20-jähriger Soester durch einen wuchtigen Messerstich in den Bauch lebensgefährlich verletzt worden war, vor die Tür gesetzt und seitdem nicht mehr gesehen zu haben. Überhaupt könne sie zu der Tat nichts sagen. 

Das hörte sich wenig später ganz anders an: Nachdem sie von ihrem damaligen Freund in Werl auf offener Straße zusammengeschlagen worden war und sie nicht zuletzt aus Sorge um das damals noch ungeborene Kind ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, korrigierte sie ihre Aussage – und wiederholte sie, abgesehen von einigen bereits erwähnten Widersprüchen, auch vor Gericht. 

Gemeinsam sei man am Abend mit dem Zug nach Soest gefahren und am Penny auf einige Männer getroffen. Einer von ihnen habe einen vorbei radelnden jungen Mann, das spätere Opfer, beschuldigt, ihn zuvor geschlagen zu haben. Daraufhin habe ihr Freund den 20-Jährigen zur Rede gestellt und plötzlich „zugeschlagen“, ein Messer habe sie nicht gesehen. 

Das Opfer habe sich dann entfernt, ihr Freund habe sie gedrängt, umgehend nach Hause zu fahren. „Da bin ich dann einfach mitgegangen“, so die Zeugin. Erst viel später habe sie erfahren, wie schwer das Opfer tatsächlich verletzt worden sei.

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