Menschen in Uniformen - in Arbeitskleidung und zivil

Steinmetz Markus Madeia arbeitet sich durch die Geschichte

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Markus Madeia ist Steinmetz- und Steinbildhauermeister sowie Restaurator. Er geht seinem Traumberuf nach, zum Beispiel an der Hohnekirche und am Friesenhausenschen Hof.

Ein Schriftzug an der Wand des Betriebes in Berlingsen sagt, was Markus Madeia, Steinmetz-, Steinbildhauermeister und staatlich geprüfter Restaurator, wichtig ist: „Das Alte zu bewahren und Historisches zu schützen – dieses persönliche Ziel setzen wir uns, um Generationen das Erbe der Vergangenheit zu erhalten.“ 

Was dieser Satz für das tägliche Tun heißt, drückt der 45-Jährige kurz und knapp so aus: „Wir kämpfen um jeden Stein.“ Mit Klüpfel und Scharriereisen geht er einem uralten Handwerk nach – behutsam, wie er erklärt, immer mit großem Respekt vor dem Bauwerk sowie der Achtung vor der Leistung derer, die den Naturstein schon vor Jahrhunderten bearbeiteten, die sichtbare Spuren hinterließen und sich mit ihrer Kunst im Stadtbild verewigten. 

In ihrer Tradition zu stehen, mit solidem Können Verantwortung zu übernehmen und einen Beitrag zu leisten, wertvolles Kulturgut zu hüten und zu pflegen – „das macht stolz“, betont Markus Madeia. Er übt seinen Traumberuf aus, erzählt er darüber, gerät er ins Schwärmen und lässt seine Gesprächspartner an einem reichen Wissensschatz teilhaben. Wie war das damals in Soest? Wie sah das Leben in der Stadt im Mittelalter aus? 

Der Handwerksmeister könnte Bücher füllen, so intensiv kniet er sich in die Geschichte. Denn so versteht er seine Profession, die er von der Pike auf erlernte und die er in der Praxis vervollständigt: Sich mit früheren Epochen auseinandersetzen, bei Fragen forschen und Antworten finden. Das sei spannend und mache Spaß. Madeia spricht auch für sein fünfköpfiges Team – einschließlich eines Lehrlings –, wenn er sagt: „Wir alle sind mit Freude bei der Arbeit.“ Welche Richtung er einmal einschlagen sollte, das sei ihm schon als Junge klar gewesen, erläutert der Fachmann. 

Er zeigt auf ein Relief, das die Handschrift seines Großvaters trägt. Der war Bildhauer und muss seine Gabe weitergegeben haben. Enkel Markus absolvierte als 14-Jähriger beim Onkel ein Praktikum – ein Meilenstein in seinem Leben, denn fortan war der weitere Weg abgesteckt. Das war unumstößlich, da gab’s nichts zu rütteln, der Entschluss stand felsenfest.

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