Integrationsrats-Mitglied ärgert sich über Seehofer-Worte

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Mehmet Tavus hätte sich gewünscht, dass sich der Integrationsrat, deren Mitglied er ist, offiziell zu den Worten Horst seehofers geäußert hätte.

Soest. Der Soester Integrationsrat versteht sich als politisches Gremium, das die Interessen der Bürger mit ausländischen Wurzeln vertritt. Wäre es da nicht angebracht gewesen, klare Kante zu zeigen und eine Bemerkung von Horst Seehofer, die gerade für große Aufregung sorgt, mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen? Das fragt der Soester Mehmet Tavus.

Der Innen- und Heimatminister soll laut Medienberichten erklärt haben, die Migration sei die Mutter aller politischen Probleme.  Mehmet Tavus, Mitglied im Integrationsrat, ist empört über die seiner Meinung nach zynische und unangemessene Bemerkung, er hätte sich, wie er in der Sitzung am Mittwochabend (12. September) zu verstehen gab, eine deutliche Distanzierung gewünscht. 

„Da werden alle in einen Topf geworfen, Leute wie ich, die schon seit 1969 hier sind, aber auch Migranten, die erst vor wenigen Tagen gekommen sind“, ärgert er sich. Tavus übt eindringlich und bewusst zugespitzt Kritik: „Durch die gesamte Bundesrepublik ist ein Aufschrei gegangen, und wir hier in Soest stecken den Kopf in den Sand.“ Er betonte am Mittwochabend, dass er sich ausdrücklich nicht als SPD-Mann zu Wort melde, sondern als Soester, dem an einem guten Zusammenleben gelegen sei. Es sei nicht hinzunehmen, wenn ein Minister den Eindruck erwecke, ohne Einwanderer wäre die Welt in Ordnung. 

Hätte der Integrationsrat also reagieren sollen? In der Diskussion zeichneten sich unterschiedliche Positionen ab. So wurden Stimmen laut, besser sei es, solche Äußerungen einfach zu ignorieren, statt durch große Beachtung noch mehr Aufmerksamkeit zu schaffen. „Ich fühlte mich gar nicht angesprochen“, hob zum Beispiel die Integrationsrats-Vorsitzende Brigitte Sehmi hervor, und ließ erkennen, dass Seehofers Notat an ihr abprallt.

 „Man muss doch nicht immer auf alles eine Antwort geben“, meinte auch Ratsfrau Christiane Mackensen (CDU). 

Der Integrationsrat ist angetreten, um Fakten zu schaffen und mit seiner Arbeit zu überzeugen.

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