Gartenserie mit Klaus Fischer

Hausmittel gegen Mehltau: Garten-Experte verrät, was hilft

„Was ist mit meinen Zucchini los?“ Ein Gartenfreund ist besorgt um seine Pflanze, auf deren Blättern sich ein dichter weißer Belag gebildet hat – als ob sie mit Mehl eingepudert worden wären.

  • Eine weiße Schicht auf den Blättern entpuppt sich oft als Mehltau.
  • Es gibt echten und falschen Mehltau, die viele Pflanzen befallen.
  • Unser Garten-Experte Klaus Fischer rät zu Hausmitteln gegen den Pilz.

Soest - In der Tat handelt es sich um Mehltau. Das ist ein Pilz, der viele Pflanzen befällt. Zuerst kommt die weiße Schicht auf der Blattoberseite, dann werden die Blätter welk. Während andere Gewächse, zum Beispiel größere Apfelbäume, die in diesem Jahr schon sehr früh mit Mehltau zu kämpfen hatten, mit dem Schadpilz in der Regel fertig werden, schaffen Zucchini das fast immer nicht. Immer mehr Blätter bekommen diesen Belag und sterben ab.

Schließlich ist nur noch die Triebspitze grün, bis auch die befallen ist. Die Pflanze geht ein. Bei Zucchini ist das eigentlich normal in unseren Breiten. Es gibt echten und falschen Mehltau. Der echte bildet den weißen Belag auf der Blattoberseite. Der falsche fällt zuerst durch gelbe Flecken in den Blättern auf und bildet danach einen weißlichen Belag auf der Blattunterseite. Beide Mehltauarten sind gefährliche Pilzinfektionen. Noch mehr Fragen? Alle Teile der unserer Garten-Serie mit Klaus Fischer finden Sie hier.

Mehltau: Unser Garten-Experte rät zu diesen Hausmitteln

Ein bewährtes Hausmittel ist das Spritzen mit einer Milch-Lösung. Vollmilch wird mit Wasser im Verhältnis 1:6 bis 1:10 gemischt. Mindestens zweimal pro Woche muss man die Pflanzen komplett, also Ober- und Unterseite der Blätter, gründlich einsprühen, und das über mehrere Wochen durchhalten. 

Die Blüte des Rittersterns ist übrigens erst in der Weihnachtszeit zu sehen. Aber schon jetzt muss man sich mit der Amaryllis beschäftigen, weiß Garten-Experte Klaus Fischer.

So kann man wertvolle Pflanzen, Rosen beispielsweise oder Wein, gut behandeln. Eine andere Spritzlösung ist ein Päckchen Backpulver mit etwas Rapsöl auf zwei Liter Wasser. Zu kaufen gibt es außerdem Spritzmittel auf Schwefelbasis. Bei Zucchini würde ich auf eine solche Spritzbehandlung verzichten. Man kann bei dieser Pflanze anders verfahren.

Mehltau an Weintrauben: Die befallenen Beeren sind deutlich kleiner, graugrün und werden ungenießbar. Auch Stachelbeeren werden oft von Mehltau befallen.

Man sät Mitte April, dritte Maiwoche und vierte Juniwoche je eine Zucchino (Einzahl von Zucchini) aus. Die erste Pflanze wird Mitte Mai, die zweite Anfang Juli und die dritte im August ausgepflanzt. Ist die erste total mit Mehltau befallen, wird sie rigoros entfernt und so weiter. So kann man von Juni bis Oktober Zucchini ernten – wenn man bis dahin nicht genug von den sehr ertragreichen Gewächsen hat. 

Mehltau: Vieles hängt vom Wetter ab

Wann und wie stark der Mehltau auftritt, hängt vom Wetter ab. Der falsche Mehltau liebt feuchtkaltes Wetter – hatten wir in diesem Jahr öfters. Der echte mag Sonne und Wärme sowie kühle, feuchte Nächte – hatten wir auch schon des Öfteren. Bei mir haben viele Weintrauben den echten Mehltau. Ich habe eine alte Weinsorte, die ich mir selber aus Stecklingen gezogen habe und die leider anfällig für Mehltau ist.

Heute gibt es einige Sorten, die der Infektionen gut widerstehen können. Also bei einer Neuanpflanzung sollte man darauf achten. Außerdem sollte der Wein immer gut geschnitten werden, damit Blätter und Trauben immer sofort abtrocknen können. Das habe ich in diesem Jahr nicht gemacht, weil ich eine dichte Weinlaube aufbauen möchte. So wird vermutlich meine Weinernte diesmal ziemlich schmal ausfallen.

Noch Fragen zum Gießen?

In der vergangenen Folge aus meinem Gartentagebuch habe ich mich mit dem Gießen befasst. Dazu erreichten mich einige Fragen, etwa, ob es eine bestimmte Tageszeit fürs Gießen gibt. Am besten wässert man die Pflanzen frühmorgens oder abends, aber nicht zu spät, damit sie noch vor der Nacht abtrocknen können. In der prallen Mittagssonne ist Gießen nicht angeraten, weil dann zu viel des wertvollen Wassers in der Sonne verdunstet. Generell sollte man sich angewöhnen, nur den Boden an den Gewächsen zu gießen und niemals die Blätter benetzen, um Pilzinfektionen und Sonnenbrand vorzubeugen.

Im Garten kann einiges schief laufen. Manche Pflanzen verzeihen einfach nicht - und manchmal muss man sich mit richtigen Killern auseinandersetzen, wie zum Beispiel der Drehherzmücke. Garten-Experte Klaus Fischer weiß auch, warum es sich lohnt, jetzt schon Blumen auszusäen und was zu tun ist, wenn Tomaten Braunfäule leidenBesondere Pflege brauchen Hortensien, denn die schicken Pflanzen sind sehr empfindlich. Im neusten Teil der Soester Gartenserie berichtet Klaus Fischer, was Äpfel neben Würmern zum Faulen bringt. Und wer seine Beete vorbereiten will, kommt ums Mulchen nicht herum. Doch was eignet sich dazu am besten?

Rubriklistenbild: © Fischer

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