Staatsanwaltschaft ermittelt

Mann (36) mit Messer lebensgefährlich verletzt - war es Notwehr?

Bei einer Auseindersetzung an seiner Wohnungstür hat ein Mann (39) seinen Kontrahenten (36) lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Der Staatsanwalt schließt Notwehr nicht aus.
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Bei einer Auseindersetzung an seiner Wohnungstür hat ein Mann (39) seinen Kontrahenten (36) lebensgefährlich mit einem Messer verletzt. Der Staatsanwalt schließt Notwehr nicht aus. (Symbolbild)

Bei einem Streit in einem Mehrfamilienhaus wird ein Mann lebensgefährlich verletzt. Sein Kontrahent ist auf freiem Fuß - weil die Staatsanwaltschaft eine Notwehrsituation nicht ausschließt.

Soest - Bereits am Donnerstag, so ist es einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Arnsberg und der Polizei Dortmund zu entnehmen - kam es zu der Auseinandersetzung in einem Mehrfamilienhaus im Soester Süden. 

Ein 39-jähriger Mann soll einen 36-Jährigen mit einem Küchenmesser verletzt haben. Der Jüngere habe lebensbedrohliche Verletzungen im Bauchraum erlitten und befinde sich weiter in einem kritischen Zustand, heißt es in der Mitteilung. 

Mit Messer lebensgefährlich verletzt: Opfer wollte in Wohnung eindringen

Vorausgegangen seien Streitigkeiten, in deren Verlauf der Verletzte mit mehreren weiteren Personen versucht haben soll, in die Wohnung des Beschuldigten einzudringen. 

Wie Staatsanwalt Thomas Schmelzer auf Nachfrage unserer Zeitung ausführt, soll der 39-Jährige zuvor auf der Straße einen Mann darauf angesprochen haben, dass dieser ihm noch Geld schulde. Kurze Zeit später sei der vermeintliche Schuldner mit mehreren Bekannten - die Zeugenaussagen schwanken zwischen fünf und sieben Personen - vor dem Haus des 39-Jährigen erschienen. 

39-Jähriger geht mit Küchenmesser zur Tür

Der habe von Vornherein Ungemach gewittert und auf das Klingeln gar nicht reagiert. Irgendein anderer Hausbewohner habe der Gruppe aber dann die Tür geöffnet, worauf sich die Personen vor der Wohnungstür des 39-Jährigen versammelt hätten.  Dort hätten sie begonnen, den Mann zu beschimpfen und zu bedrohen, an die Tür zu klopfen und zu klingeln. Der 39-Jährige habe darauf zunächst nicht reagiert. 

Erst als er Geräusche hörte, die darauf schließen ließen, dass aus der Gruppe heraus versucht wurde, gewaltsam seine Tür zu öffnen, habe sich der Mann mit einem Küchenmesser bewaffnet und sei zur Tür gegangen. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft habe er die Haustür kurz geöffnet und mit dem Messer zweimal in Richtung der Angreifer gestochen.

Opfer schon zweimal operiert

Dabei hat er den 36-Jährige so schwer getroffen, dass er lebensgefährlich verletzt wurde und in einem Soester Krankenhaus  bereits zweimal operiert wurde. Mittlerweile wird der 36-Jährige in der Essener Uni-Klinik betreut und befindet sich nach Auskunft der Staatsanwaltschaft immer noch in kritischem Zustand   

Der 39-Jährige wurde zunächst vorläufig festgenommen, am Freitag aber aus dem Gewahrsam entlassen - "mangels Tatverdachts". Eine Notwehrsituation könne zurzeit nicht ausgeschlossen werden, erklärt Schmelzer. Um weiteren Auseinandersetzungen zwischen dem 39-Jährigen und den restlichen Mitglieder der Angreifer-Gruppe vorzubeugen, habe die Polizei bei letzteren sogenannte Gefährderansprachen geführt. 

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