Mädchen und Jungen im Verdacht

Nach Großbrand der Strabag-Halle: Anklage gegen vier Schüler

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Am 19. April brannte die Strabag-Halle nieder.

Soest – Die zwei Mädchen und die zwei Jungen, die im Verdacht stehen, vor einem Jahr in der Strabag-Halle im Soester Norden gezündelt zu haben, müssen sich demnächst vor dem Jugendrichter in Soest verantworten. Die Halle wurde damals komplett zerstört.

Staatsanwaltschaft und Amtsgericht bestätigen gegenüber dem Anzeiger, die Ermittlungen seien abgeschlossen und die vier Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren wegen fahrlässiger Brandstiftung angeklagt.

Es war einer der größten Einsätze, zu der die Soester Feuerwehr im vergangenen Jahr gerufen worden ist. Die mehr als hundert Meter in den am 19. April 2018 stahlblauen Frühlingshimmel ragende Rauchsäule war nicht zu übersehen. Gegen 11.40 Uhr meldeten sich immer wieder Beobachter bei Feuerwehr und Polizei. Als die ersten Einsatzkräften eintrafen, brannte die 1860 als Walzwerk gebaute Halle bereits lichterloh.

Brand in der Strabag-Halle

Noch als die Soester Polizei damit beschäftigt war, das Gelände abzuriegeln und Schaulustige auf Abstand zu halten, wurden ihr die Tatverdächtigen bereits auf dem Präsentierteller geliefert. 

Ein Spaziergänger, dem sich drei der vier Zündler anvertraut hatten, sprach die Polizeibeamten an und übergab ihnen die beiden Mädchen und den einen Jungen. Der vierte hatte sich zwischenzeitlich zu seiner Praktikumsstelle aufgemacht.

Jahrhunderthalle in Trümmern

Die Jugendlichen räumten von Anfang an ein, im Obergeschoss der leer- und stets offenstehenden Strabaghalle an dem Morgen Papier und Folien angesteckt zu haben. Sie machten sogar Fotos davon und löschten die kleinen Brände mit einer Wasserflasche. Doch offensichtlich nicht gründlich genug.

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Als sie die Halle bereits verlassen hatten, lösten Glutreste auf dem Holzfußboden ein Feuer aus, das sich binnen Minuten zu einem Großbrand entwickelte und die gesamte Halle vernichtete.

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