Mächtig Gegenwind für die Soester Windrad-Pläne

Hochspannung. Auch auf drei Soester Dörfer, deren Bewohner sich gegen den geplanten Windrad-Bau in ihrer Nachbarschaft wehren.

SOEST - Nur wenige Tage nach Bekanntwerden der Windrad-Pläne der Stadt Soest formiert sich Widerstand. Die (meisten) Einwohner aus Röllingsen, Epsingsen und Meiningserbauer haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um das Vorhaben zu verhindern.

Wie berichtet würden gleich zwei sogenannte Konzentrationsflächen für insgesamt elf Windräder mit bis zu 200 Metern Höhe dicht an die drei Dörfer heranreichen. „Wir wollen auf keinen Fall, dass diese Mega-Windräder bei uns gebaut werden“, sagt Andreas Hinkelmann, der zusammen mit seinen Mitstreitern der Bürgerinitiative seit Tagen sämtliche Unterlagen zu den Plänen wälzt und erste Protestschreiben an den Stadtrat formuliert hat.

Bürger zweiter Klasse

„Die Dorfbewohner fühlen sich als Bürger zweiter Klasse“, sagt Hinkelmann. Man sei „entsetzt“, dass in der vorgelegten Studie „die großen Beeinträchtigungen für die Betroffenen mit keinem Wort erwähnt“ worden seien. Denn während die Soester in der Kernstadt mit Mindestabständen von 1000 Metern vor Windrädern geschützt würden, dürfen die Mühlen auf den Dörfern bis zu 500 Meter an die Wohnhäuser heranrücken.

Die Planer im Rathaus hatten sich bei den unterschiedlichen Abständen zwischen reinen Wohngebieten und Dörfern sowie Splittersiedlungen an Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2013 orientiert.

Doch abgesehen von der befürchteten Ungleichbehandlung führt die Bürgerinitiative eine ganze Reihe von Sorgen an, die sie umtreibt. „Viele Bürger haben einfach Angst um ihre Gesundheit und davor, dass unsere kleinen Dörfer durch die geplanten elf Anlagen, jede so hoch wie der Dortmunder Fernsehturm, total umgekrempelt werden; von Dimensionen her erschlägt dies unsere kleinen Dörfer völlig“, heißt es in einem Brief an die Politiker im Bauausschuss.

"Windräder verschandeln Landschaft"

Schon heute seien die Einwohner durch den „erheblichen Lärm“ der nahe an den Dörfern entlang führenden Autobahn gebeutelt. Würden die Windräder gebaut, verschandelten sie zudem die Landschaft und versperrten den „schönen Blick auf Soest und die Haar“. Auf Dauer könnten Nachbarn den Dorf den Rücken kehren und neue Bewohner sich erst gar nicht niederlassen: Wer will schon so dicht an Autobahn und Windmühlen wohnen?!

Die dringende Bitte aller drei Dorfgemeinschaften lautet: „Wir wünschen uns sehr, dass Sie unsere Ängste und Befürchtungen bei Ihren Beratungen und Entscheidungen ernst nehmen.“

„90 Prozent der Anwohner“, sagt Hinkelmann, „stehen hinter unseren Forderungen und machen bei der Bürgerinitiative mit.“ Und das schon nach den ersten Kontakten und Treffen. Weitere Mitstreiter seien willkommen, an einer Internetseite werde gerade gebaut. - hs

Kontakt zur Initiative gewünscht? Am besten per E-Mail an windrad@epsingsen.de

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