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Lichtkunst leuchtet in Soest nur noch für zwei Stunden

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Von: Bettina Boronowsky

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Lichtobjekte am Wall in Soest
Die von Kindern entworfenen Lichtobjekte am Wall bleiben jetzt schon ab 19 Uhr dunkel. © Peter Dahm

Energiesparen trifft auch die Kunst. Der Verein „Wallimlicht“ reagiert. Und schaltet seine Lichtobjekte früher ab als bisher.

Soest – Ohne Strom oder andere Energieträger zu arbeiten, ist für Lichtkünstler so ähnlich, als müsse ein Maler auf Pinsel und Farben verzichten. Gleichwohl muss der Verein „Wallimlicht“, der sich seit 2009 darum bemüht, die Stadt Soest künstlerisch zu erhellen, mithelfen, Strom zu sparen. Die Lichtkunstfreunde übernehmen die einfachste Methode. „Wir lassen die Objekte weniger lange leuchten“, sagt Vorsitzender Carl-Jürgen Schroth. Leuchtete die Kunst bisher von 17 bis 22 Uhr, sollen jetzt zwei Stunden von 17 bis 19 Uhr reichen. „Auf diese Weise sparen wir 60 Prozent der Energie ein“, rechnet Schroth vor.

Die „Brainwave“ des Niederländers Jan van Munster am Museum Wilhelm Morgner ist ohnehin abgestellt - wie alle Lichtkunstwerke, die von der Stadt unterhalten werden. Museumsleiterin Dr. Annette Werntze nennt in dem Zusammenhang auch den Monitor, der noch vergangenes Jahr im Fenster des Museums auf die Kunst innen hingewiesen hatte. Jetzt ist er aus Energiespar-Gründen ausgestellt. Das erste Lichtkunstobjekt, das der Verein 2011 auf den Weg brachte, war Richard Cox‘ Lichtbogen in der Gräfte. Er funktioniere zurzeit ohnehin nicht richtig, weil der Bewegungsmelder im Boden defekt sei, berichtet Schroth. Beim „Pilgerstab“, jenem neongrünen Objekt des Künstlerduos Ursula Molitor und Vladimir Kuzmin vor dem Bahnhof, müsse geprüft werden, ob die Stadt oder der Verein die Unterhaltungskosten trage. Das Werk werde in das Energiespar-Programm einbezogen ebenso wie die Installationen von „Wild in Life“, die Patrokli-Schülern gemeinsam mit dem britischen Künstles Ron Haselden geschaffen haben. In dieser jüngsten Installation des Vereins hat Haselden die Insekten-Zeichnungen der Kinder in Leuchtobjekte umgesetzt, die jetzt in Soester Gärten wirken.

Der Stromspar-Modus hindert den Verein aber keineswegs daran, neue Ideen zu entwickeln. Gedacht ist an den überdimensionalen Apfelpflücker „Tagwerk“ des Künstlerehepaares Kirsten und Peter Kaiser, der energieautonom, also nur dank Solarzellen, leuchtet. Als Standort wünschen sich die Vereinsmitglieder die Nötten-Bürder-Wallstraße. Spruchreif ist allerdings noch nichts. Spruchreif ist jedoch, dass die traditionelle „Nacht der Lichtkunst“ ausfällt – allerdings wegen Corona und nicht aus Spargründen, wie Jutta Kösterkamp mitteilt, die für die Stadt Soest an den Netzwerktreffen „Hellweg – ein Lichtweg“ teilnimmt. Soest ist eingebunden in diesen Verbund, der seinerzeit vom Lichtkunstzentrum in Unna initiiert wurde. Die Rundfahrt zu Lichtkunstobjekten in verschiedenen Städten soll nächstes Jahr ebenso wie die „Nacht der Lichtkunst“ wieder stattfinden.

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