Lehrer bewerten E-Learning-Angebote positiv

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Schüler lernen jtzt über IServ von zu Hause aus.

Soest – Seit letzter Woche sind die Schulen geschlossen. Doch die Reaktionen auf das sogenannte E-Learning sind überwiegend positiv.

„Der Großteil der Schüler arbeitet sehr intensiv an den Aufgaben“, sagt Christian Neuhaus, didaktischer Leiter der Hannah-Arendt-Gesamtschule. 

Das Digitale solle so nicht nur als Freizeitbeschäftigung, sondern auch als Arbeitsauftrag gesehen werden, so Neuhaus. Der Vorteil der Schüler liegt darin, dass es keine Hausaufgaben gibt und die Aufgaben auch nicht benotet werden. 

Auch die Kommunikation zwischen einzelnen Schülern und Gruppen sei durch die Plattform IServ gegeben, betont Neuhaus. Allerdings ist die Menge der Aufgaben ein Problem. „Wir haben schon von einigen Schülern gehört, dass es sehr viele Aufgaben sind. Wir müssen erst einmal erproben, wie viel wir den Schülern zumuten können“, sagt Neuhaus, verweist aber auch darauf, dass durch die neue Situation nicht alle Schüler in der Lage sind, sich richtig zu organisieren, um mit dem Umfang an Aufgaben umzugehen.

Aber auch Neuhaus erkennt Probleme beim E-Learning. „Heutzutage haben fast alle Schüler ein Handy, aber von ihnen haben nicht alle einen Laptop oder PC zu Hause, was die Verteilung der Aufgaben an sie erschwert.“ Es wird jedoch nicht erwartet, dass alle Aufgaben bearbeitet werden. Wenn die Schüler nicht die Möglichkeit dazu hätten, reiche es auch, wenn die Aufgaben wenigstens angeschaut werden, spricht Neuhaus.„Die Schüler können sich aber auch mit uns in Verbindung setzen, dann schicken wir ihnen die Aufgaben per Post.“

Heike Ellersiek, Mitglied in der Schulpflegschaft der Hannah-Arendt-Gesamtschule hat bisher noch keine Rückmeldung von unzufriedenen Eltern bekommen. „Die Fort- und Weiterbildungen zum Thema E-Learning sind bereits früh erfolgt. Deshalb sind alle gut vorbereitet“, äußert sich Ellersiek. 

Auch am Conrad von Soest Gymnasium wird mit Iserv gearbeitet. Der Schulleiter Andreas Heihoff unterrichtet selbst sechste und siebte Klassen. „Wir haben die Plattform noch nicht lange, aber wir haben alle schnell registriert und bisher läuft es gut“, äußert sich Heihoff. Das Entwicklungsziel 2020, mehr mit dem Internet in Schulen zu arbeiten, werde erreicht und durch Corona beschleunigt, so Heihoff. 

In seinem Unterricht vermittelt er auch neuere Themen, damit sich die Schüler nicht langweilen und nicht unterfordert werden. „Für all diejenigen, die keinen Laptop zuhause haben, gibt es auch noch das Lehrbuch mit vielen Aufgaben“, erwidert Heihoff. 

Die Schulpflegschaftsvorsitzende des Convos Margareta Böttiger ist positiv von dem Schulserver IServ überrascht. „In den ersten zwei Tagen gab es zwar Problemen mit dem Hochladen der Aufgaben, weil der Server überlastet war, aber das ist bereits behoben“, sagt Böttiger.

An der Astrid Lindgren Schule aber werden die Aufgaben für die Schüler individuell zusammengestellt. „Die Materialpakete senden wir per Post“, erklärt Schulleiterin Kirsten Hoffmann. Vereinzelte E-Learning Angebote über das Portal Anton seien zwar gegeben, sollen aber nur die Notlösung sein. „Wir müssen alle Kinder einzeln anrufen. Aber die Eltern fühlen sich dadurch wertgeschätzt und die Kinder freuen sich“, sagt Hoffmann.

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