Garten-Experte Klaus Fischer erklärt

Lavendel muss kräftig geschnitten werden - Garten-Experte: Das sollten Sie beachten

Nach der Blüte kommt die Schere: Lavendel muss zweimal im Jahr geschnitten werden. Garten-Experte Klaus Fischer erklärt, worauf zu achten ist.
+
Nach der Blüte kommt die Schere: Lavendel muss zweimal im Jahr geschnitten werden. Garten-Experte Klaus Fischer erklärt, worauf zu achten ist.

Längst etabliert in unseren Gärten hat sich der echte Lavendel. Jetzt steht der Lavendel in voller Blüte, doch es kommt der Zeitpunkt, an dem er zurück geschnitten werden muss. Garten-Experte Klaus Fischer erklärt, worauf zu achten ist.

  • Lavendel muss zweimal im Jahr geschnitten werden.
  • Es gib einen Schnitt im Spätsommer und einen im Frühjahr.
  • Es gibt Unterschiede bei jungen und älteren Lavendelpflanzen.

Soest - Die aus Mittelmeergefilden stammende Pflanze ist ein Halbstrauch und eigentlich sehr sonnenverwöhnt. Aber der Lavendel kann unseren Winter durchaus ertragen, wächst er in seiner Heimat doch im Bergland bis etwa 1800 Meter hoch. Seine Verwandten von den kanarischen Inseln, aus der Provence oder diverse Kreuzungen sind nicht ganz so winterfest wie der hier am häufigsten anzutreffende echte Lavendel

Jetzt steht der Lavendel in voller Blüte, und man sieht die sich leicht im Wind wiegenden lilafarbenen langen Blütenstängel immer öfter in unseren Gärten.

Durch diese langen Blütentriebe gehen die Lavendelpflanzen ziemlich in die Breite und Höhe und machen einen recht spraddeligen Eindruck. Durch die schöne Blüte sehen wir dem Gesträuch das nach. Aber es kommt der Zeitpunkt, wenn die Blüte zu Ende geht, dass wir Hand anlegen müssen, wollen wir einen kompakten Wuchs behalten oder erreichen: Der Lavendel muss zum Friseur, in diesem Fall sind wir das mit unserer Gartenschere

Lavendel: Zwei Schnitte im Jahr

Zweimal im Jahr sollten wir die Pflanze schneiden, damit wir zwei Dinge erreichen. Zum einen schaffen wir es durch den jetzt anstehenden Sommerschnitt, dass der Lavendel im Spätsommer eine zweite Blüte bildet. Der Frühjahrsschnitt soll zum anderen erreichen, dass die Pflanze kompakt bleibt, nicht so sehr verholzt und im unteren Bereich deshalb verkahlt. Aber der Reihe nach. 

Wollen wir die Blüten ernten, etwa für ein Lavendelkissen, für Tee, Parfüm, als Gewürz, als Badezusatz oder für kosmetische Produkte, dann schneiden wir die Blüten ab, wenn etwa die Hälfte aufgeblüht und die andere Hälfte noch ungeöffnet ist. Das dürfte etwa jetzt der Fall sein. Dann besitzen sie das meiste Aroma. 

Kraft für eine weitere Blüte des Lavendels

Wollen wir lieber den Anblick der Blüten genießen und nicht ernten, dann warten wir noch, bis fast alle Blüten verblüht sind und schneiden dann alle Blüten samt Stiel direkt über den obersten Blättern ab, also wir verpassen dem Lavendel sozusagen eine Schopffrisur, bevor die Pflanze den Samen bildet. So spart sie Kraft und kann eine weitere Blüte ansetzen.

Anders ist hingegen der Schnitt im Frühjahr anzusehen, bei unserer Witterung am besten im März. Dann geht es um den kompakten Wuchs und Verjüngung der Pflanze. Wir schneiden die belaubten Zweige etwa um die Hälfte herunter. Aber Achtung, wenn wir zu tief schneiden, also alle Blätter wegnehmen und nur noch verholzte Zweige übrig bleiben, dann kann es passieren, dass der Lavendel nicht mehr austreibt und eingeht – ich weiß es aus leidvoller Erfahrung, zwei weiße Lavendelbüsche sind mir dadurch eingegangen. 

Das bedeutet aber auch, dass wir schon bei jungen Pflanzen mit dem Schnitt beginnen müssen, um den kompakten Wuchs zu erhalten. Nehmen wir uns eine ältere Pflanze vor, die bisher nicht geschnitten worden und deshalb ziemlich in die Breite gegangen und unten kahl und verholzt ist, dann können wir dieser durch den Schnitt nicht mehr zu kompakter Wuchsform verhelfen, sondern allenfalls die derzeitige Wuchsform erhalten. 

Haben wir genügend Platz, dann können wir den Strauch natürlich auch so wachsen lassen, wie er möchte. Dann wird er uns viele Jahre als ausladender Busch mit seiner Sommerblüte und seinem Duft erfreuen.

Garten-Experte Klaus Fischer lässt uns in der Soester Serie an seinem Wissen rund um Pflanzen und Garten teilhaben. So weiß Fischer zum Beispiel, dass auch Zierpflanzen zur Plage werden können und was gegen die fiese Kirschfliege am Kirschbaum getan werden kann.

In Kreis Soest nervt eine Wildblumenwiese die Nachbarn. Sie klagen über Insektenflug.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare