Neuer Versuch

Lautsprecher in den Bäumen: So geht die Stadt Soest jetzt gegen Krähen vor

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Hier spielt die Musik: Aus den Lautsprechern in den hohen Bäumen am Ring dröhnen Warnlaute, die die Krähen verscheuchen sollen.

Soest – Die Stadt Soest hat einen neuen Versuch gestartet, die Krähen-Plage an exponierten Standorten in den Griff zu kriegen. Am Riga Ring sind dazu in den hohen Platanen Lautsprecher platziert worden, die Warnlaute abspielen. Parallel dazu sind in den Bäumen am Silberg Geräte installiert worden, die Anlocklaute verbreiten. 

Im günstigsten Fall also fliegen die Krähen von A nach B und brüten dort, wo es niemanden stört. Maik Draxler von der Abteilung Stadtentwicklung betreut das Projekt und spricht gegenüber dem Anzeiger von „ersten, vielversprechenden Resultaten“. 

Man habe beobachtet, dass sich kaum noch Krähen in den Bäumen am Riga Ring niederlassen. Und tatsächlich sollen am Silberg, also im Wäldchen am Rand des Industrie-Gebiets Süd-Ost, mehr Krähen als sonst üblich gesichtet worden sein. 

Krähen in Soest: "Wir halten ständig die Augen und Ohren offen"

„Wir halten ständig die Augen und Ohren offen“, erläutert Draxler. Dabei sei man auf ein ähnliches Projekt in der Stadt Elmshorn gestoßen. Zusammen mit einem Biologen des Büros Loske in Salzkotten sei dann untersucht worden, dieses Vergrämen und Anlocken über Geräusche auch für Soest zu nutzen. Der Biologe wird die Aktion ständig begleiten und am Ende einen Bericht liefern, ob sich der Aufwand tatsächlich gelohnt hat und zum gewünschten Ergebnis geführt hat. 

Bis Ende März sollen die Laute – Originalaufnahmen von Krähen – jeweils morgens von 6 bis 11.30 Uhr sowie nachmittags von 15.30 bis 18 Uhr abgespielt werden. „Mit Rücksicht auf die Ruhezeiten der Anlieger“ sollen die (natürlich auch für Menschen nicht zu überhörenden) Geräusche nicht rund um die Uhr verbreitet werden. Gewöhnungsbedürftig ist das aber auch so. 

Krähen in Soest: Wenig Verständnis von Anwohnerin

Eine Anwohnerin, die sich am Dienstag prompt in der Anzeiger-Redaktion meldete, beklagte die „sirenenartige“ Berieselung am Riga Ring und äußerte wenig Verständnis, damit den Krähen zuzusetzen. Auf der anderen Seite haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder Anwohner im Rathaus gemeldet und die Stadt aufgefordert, etwas Wirksames gegen die Krähenflut in Soest zu unternehmen. 

Denn allein hier lebt ein Zehntel der gesamten Krähen-Population Nordrhein-Westfalens. Die Zahl der Brutpaare hat von Jahr zu Jahr in Soest zugenommen und mittlerweile die 1600er-Marke erreicht. 

In einer Stellungnahme zu ihrer neuesten Aktion schreibt die Soester Stadtverwaltung: „Mit diesem Umsiedlungsversuch testet die Stadt eine neue Maßnahme, um das Saatkrähenproblem in der Stadt zu entschärfen. In Soest gibt es gut 1600 Brutpaare. An ihren Siedlungsstandorten leiden insbesondere die Anlieger unter dem lauten Krächzen und dem Kot, den die Vögel hinterlassen.“ 

Zu den Kosten wollte Draxler am Dienstag auf Anfrage des Anzeiger keine Stellung nahmen. Man werde dazu vielleicht am Donnerstag in der Sitzung des Umweltausschusses Angaben machen.

Im Kreis Soest gab es einen gruseligen Vorfall: Krähen hackten dabei auf ein Auto ein.

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