Verzögerung hat gut getan

Neue Ideen: Das soll aus dem "Anno" werden

+
Das sieht nach viel Arbeit aus: Die Rückseite des Anno ist in den letzten Tagen bereits aufgebrochen und entkernt worden. Gut zu erkennen die denkmalgeschützte Fachwerkkonstruktion.

Soest – Die Verzögerung bei der Komplett-Sanierung und dem Umbau hat dem „Anno“in der Thomästraße gutgetan. Neue Ideen wie etwa der kleine „Marktplatz“ in der ehemaligen Kneipe, die Musikschule im ersten Obergeschoss und ein Optimum aus Denkmalschutz und zeitgemäßem Wohnen sind entwickelt worden.

Nach fast zwei Jahren Vorlauf haben nun die Handwerker die Baustelle übernommen. Für das millionenschwere Investment in das markante, über 100 Jahre Wohn- und Geschäftshaus vis-á-vis des Morgnerhauses hatten sich 2017 die im Holzbau engagierten Firmen Materio, Soester Holzhaus und Zimmerei Müller zusammengetan und eine Bauherrengemeinschaft gegründet. 

50 Mitarbeiter aus den beteiligten Unternehmen und Partnerfirmen machen sich gerade an die Arbeit. „Wir sind froh, dass es nun endlich losgeht“, sagt Merle Müller, die Geschäftsführerin der Zimmerei.  

„Ein großer Runder Tisch hat den Durchbruch bewirkt“, berichten Stefan Nöcker und Johannes Berger, die Chefs von Materio. All die Interessen und Anforderungen aus Brandschutz, Baurecht und Denkmalschutz, die zum Teil widerstreben, mussten unter einen Hut gebracht werden – und erforderten den langen Vorlauf. Zwei Jahre lang werden die Handwerker nun zu tun haben, bis auch die letzte der zwölf Wohnungen bezugsfertig und der Marktplatz im Erdgeschoss fertiggestellt sein werden. 

Deutlich schneller soll es gehen, das erste Obergeschoss für die Soester Malschule herzurichten; noch in diesem Jahr sollen die kleinen Künstler hier lernen und werkeln. 

Verkauft sind die zwölf Eigentumswohnungen längst, was bei der Nachfrage nach attraktiven Adressen in der Soester Innenstadt nicht weiter verwundert. „Wir haben die Preise attraktiv gehalten und nicht den letzten Euro rausgekitzelt oder Bieterwettkämpfe organisiert, die wir vom Grundsatz her sozial für unangemessen halten und auch in Soest kritisch beobachten“, berichtet Berger. 

Nicht verkauft wird das Erdgeschoss. „Wir möchten so sicherstellen, dass das Gesamtkonzept für die Immobilie funktioniert und Wohnungseigentümer und Gewerbetreibende gut harmonieren“, sagt Nöcker. Statt der rummeligen Kneipen- und Party-Kneipen-Vergangenheit schwebt den Machern auf den 400 Quadratmetern ein Marktambiente mit Bistro, einem Café- und Barbereich vor. Unterschiedliche Anbieter (Pächter) könnten zueinander finden und gemeinsam eine spannende Adresse für den Aufenthalt mitten in der Altstadt aufziehen.

Wie so etwas funktionieren kann, lässt sich heute schon in vielen Städten wie Aachen, Münster oder Köln beobachten, wo – freilich in größerem Maßstab – solche kleinen „Marktplätze“ entstanden sind, sagen Nöcker und Berger. Ihr Grundkonzept jedenfalls steht, nun sollen in Ruhe die Feinheiten und Anbieter gewählt werden. „Wir hoffen sehr, die passenden Partner zu finden, denn wir können weder kochen noch mixen“, so Rolf Schottmüller lächelnd, ebenfalls Geschäftsführer von Materio. „Aber wir haben eine gute Vorstellung, was entstehen kann, und Lust darauf.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare