Landärzte im Kreis Soest, eine aussterbende Gattung?

Die gesundheitliche Versorgung will die Politik im Kreis Soest langfristig sichern.
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Die gesundheitliche Versorgung will die Politik im Kreis Soest langfristig sichern.

KREIS SOEST - Wie kann die ärztliche Versorgung im Kreis Soest auch in Zukunft gesichert werden? Kreispolitik und Kreisverwaltung suchen nach Antworten. Der Ausschuss für Gesundheitswesen beschäftigte sich in seiner aktuellen Sitzung mit der aktuellen Situation und Möglichkeiten, den ländlichen Raum für den ärztlichen Nachwuchs attraktiv zu machen.

Die Erkenntnis, dass die fachärztliche Grundversorgung im Kreis Soest derzeit durchgängig über 100 Prozent liegt und die Krankenhäuser nur wenig Vakanzen zu beklagen haben, konnte die Politiker nicht beruhigen. Sie zeigten sich besorgt, dass 36,4 Prozent der Hausärzte im Kreis Soest bereits über 60 Jahre alt sind. Was kommt, wenn keine Nachfolger zu finden sind?

Zu den Lösungsansätzen, die der Ausschuss beleuchten will, gehören die Ideen des Projekts „Demografiesensible Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum – Innovative Ideen durch Vernetzung (StrateG!N)“, das die TU Dortmund durchführt. Ziel ist es, ein strategisches Konzept zur Sicherung einer hochwertigen medizinischen und pflegerischen Gesundheitsversorgung unter den Bedingungen einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung zu entwerfen.

Konkret könnte es bereits in der Sitzung des Ausschusses für Regionalentwicklung am heutigen Donnerstag im Soester Kreishaus werden. Die CDU-Fraktion hat den Antrag gestellt, einen Gesundheitslotsen als zentrale Anlaufstelle für Mediziner in Aus-und Weiterbildung anzubieten. Er soll Hilfestellungen aller Art leisten, aber auch die Aufgabe übernehmen, angehenden Medizinern frühzeitig den Kreis Soest schmackhaft zu machen.

Dass das bitter nötig ist, verdeutlichte Dr. Josef Leßmann, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Warstein. Kliniken jenseits der Ballungszentren müssten große Anstrengungen unternehmen, um Nachwuchs aufs Land zu locken. So biete seine Klinik Stipendien an. Stipendiaten müssten sich verpflichten, nach dem Studium fünf Jahre in der LWL-Klinik zu arbeiten. Ein Modell, das auch der Hochsauerlandkreis verfolgt, der pro Kalenderjahr maximal fünf Stipendien in Höhe von bis zu 500 Euro pro Monat gewährt.

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