Kunstrasen – wohin damit?

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Die Fußballvereine sind sich nicht einig darüber, wo der neue Kunstrasenplatz gebaut werden soll. Die meisten favorisieren aber das Jahnstadion.

SOEST -  Die große Runde mit den fünf Soester Fußballvereinen, dem Stadtsportverband, dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung hat nicht den erhofften Durchbruch erbracht: Nach wie vor ist strittig, wo der neue Kunstrasenplatz gebaut werden soll.

„Das war enttäuschend“, sagten mehrere Teilnehmer am Freitag gegenüber dem Anzeiger. Donnerstagabend hatten sie mit der Stadt nach einer Lösung Ausschau gehalten. Verwaltung und eine knappe Ratsmehrheit plädieren zwar dafür, den Platz im Jahnstadion zu bauen und ihn dann allen Fußballvereinen fürs Training anzubieten. Doch mit den Sportfreunden Soest-Müllingsen sowie mehreren Fraktionen im Soester Stadtrat gibt es auch eine Gegenseite, die den Kunstrasenplatz lieber im Soester Süden sehen will – auch deshalb, weil, wie sie es sehen, der Stadtteil wiederholt vernachlässigt worden sei.

Am Donnerstagabend sprachen sich die vier anderen Soester Fußballclubs – Spielverein Westfalia, TuS Jahn, TuS Ampen und Grün-Weiß-Ostönnen – zwar für den „zentral gelegenen städtischen Standort Jahnstadion“ aus. Doch der Vorsitzende der Sportfreunde Soest-Müllingsen, Michael Kersting, berichtete der Runde, die Angelegenheit müsse erst einmal auf der Mitgliederversammlung erörtert werden. Man halte an dem Wunsch fest, den Kunstrasenplatz als Vereinssportanlage an der Lippstädter Straße im Soester Süden bauen zu wollen.

Ende vergangenen Jahres hatte der Sportausschuss das Jahnstadion favorisiert, doch bei der Haushalts-Beratung im Dezember hatte der Stadtrat seine Zustimmung an ein Einvernehmen mit den Fußball-Clubs geknüpft.

Bis zur Jahreshauptversammlung der Sportfreunde Soest-Müllingsen müsse man nun mit einem „Vakuum“ leben, sagt Thomas Nübel von der Abteilung Schule und Sport im Rathaus. „Wir warten das ab.“ Sollte es danach keine Einigung geben, werde man das Thema womöglich „erst einmal ruhen lassen“.

Auch wenn die Runde am Donnerstagabend kein Ergebnis gezeitigt hat: „Es war eine gute Runde; erstmals waren alle fünf Fußballvereine an einem Tisch“, findet Nübel. Das Gespräch sei sachlich und konstruktiv verlaufen. So herrsche zwar noch keine Einigung bei der Standortfrage, doch alle fünf Fußballvereine äußerten sich zuversichtlich, eine einvernehmliche Regelung bei der gemeinsamen Nutzung hinzukriegen.

Der Bau eines Kunstrasenplatzes im Jahnstadion kostet rund eine halbe Million Euro. Geld dafür ist im Haushalt der Stadt für dieses Jahr bereits eingeplant. -  hs

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