Kunden stürmen an die Kraftmaschinen in heimischen Studios

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Kathrin Kunz konnte im „Flexappeal“ endlich wieder Kundinnen begrüßen – und musste viele Fragen beantworten.

Soest/Werl – Das muss wahre Liebe sein – oder der knallharte sportliche Ehrgeiz: Während der gemeine Bördebürger friedlich schlummerte, standen am McFit in Soest am ganz frühen Montagmorgen schon um eine Minute nach Mitternacht die ersten Kunden vor der Tür und warteten darauf, dass sie endlich wieder an Hanteln und Maschinen durften. Ein Wunsch, der ihnen nur zu gerne erfüllt wurde.

Ganz so ungeduldig wie diese Hard-Core-Fans waren die allermeisten Kunden in den heimischen Fitnessstudios allerdings nicht. „Es ist zwar gut was los, aber nicht so viel, dass wir Leute wieder weg schicken müssen“, war der Tenor in den meisten Betrieben. 

Richtig ins Schwitzen kamen die Mitarbeiter denn auch weniger beim Demonstrieren von Übungen für Neukunden – sondern am Telefon. Trotz umfangreicher Infos auf ihren jeweiligen Websites und in den sozialen Netzwerken im Vorfeld, glühten in vielen Studios die Telefondrähte, weil Mitglieder ganz genau wissen wollten, was sie denn nun mitzubringen hatten und worauf sie achten sollten und mussten. 

Das ging auch Kathrin Kunz so im „Flexappeal“, dem einzigen Soester Fitnessstudio ausschließlich für Frauen: „Wir haben seit Samstag, als Details der Regeln für den Betrieb kamen, alles so hergerichtet, wie es gefordert wird“, erklärte sie  – vor Ort gab es dann eine schnelle Einführung: Eintragen mit Namen und Adresse, Hände desinfizieren, Handtuch raus, Abstand halten – und los ging’s. 

Kundinnen wie Elvira Coerdt hatten auf diesen Tag lange gewartet: „Ich habe zwar versucht, mich viel an der frischen Luft zu bewegen“, sagte sie in einer Pause, „aber konzentriert an den Maschinen zu trainieren, ist dadurch nicht zu ersetzen.“ 

Maskenpflicht für Muskelprotze

Auch im Werler Fitnessstudio „Sports-Time“ an der Wickeder Straße ist Training wieder möglich – doch es hat sich einiges verändert, wie Mitarbeiter Marlon Kurnik erklärt. Vor Corona kamen die Sportler mit einem Chip herein und konnten für sich allein trainieren. „Jetzt muss ich jeden an der Tür abholen und gucken, ob er oder sie sich an die Richtlinien hält. Es muss also immer ein Mitarbeiter unseres Studios da sein“, erklärt Kurnik. 

Auf der Trainingsfläche herrscht Maskenpflicht. Zudem muss ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Die Sportler dürfen nur in Sportkleidung in das Fitnessstudio, duschen ist nicht erlaubt. Ebenso gibt es keine Selbstbedienung mehr bei den Getränken. 

Eine große Einschränkung ist die zeitliche Begrenzung des Trainings: Maximal eine Stunde darf es noch sein – viele Trainingspläne bringt das völlig durcheinander. Die 23-jährige Jana Katta ist zwar froh, dass das Studio geöffnet hat, aber ihr fehlt die Gruppendynamik. „Früher konnten wir uns gegenseitig motivieren oder auch mal Hilfestellungen geben, weil die Mitglieder sich und die Ziele der anderen kennen.“ Dennoch sei es besser als zu Hause zu trainieren, wo häufig die Motivation in den vorigen Wochen fehlte. 

Bei Sports-Time haben sich die Öffnungszeiten geändert. Vor der Coronakrise konnten Sportler täglich von 6 bis 24 Uhr trainieren. Nun hat das Fitnessstudio montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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