Kulturparlament will Rednerpult beleben

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Bei der Einweihung war Kunststipendiat Manaf Halbouni selber auf sein Rednerpult gestiegen. Jetzt will das Kulturparlament das Kunstwerk für alle beleben.

Soest  Zwei Ziele haben sich die Mitglieder des Vereins Kulturparlament Soest bei ihrer Jahreshauptversammlung gesetzt. Sie wollen Manaf Halbounis Objekt „Speak free“ im Rosengarten beleben und die Bedürfnisse von Theatergruppen ermitteln.

Das „Rednerpult“ des Kunststipendiaten Manaf Halbouni wurde vergangenes Jahr im Rosengarten aufgestellt und am 31. Oktober offiziell eingeweiht. Nach dem Willen des Künstlers soll es nicht nur ein Symbol für Rede- und Meinungsfreiheit, sondern auch genutzt werden. So recht traut sich aber niemand die Treppe hinauf, und außer dem Bürgermeister und Halbouni bei der Einweihung hat wohl noch nie jemand dort eine öffentliche Rede gehalten. 

Das wollen die Kulturparlamentarier ändern. „Wir wünschen uns, dass das Objekt Gruppen, besonders auch junge Menschen, anregt, über die Bedeutung von Rede- und Meinungsfreiheit nachzudenken udn hoffen, dass dies in einer praktischen Umsetzung sichtbar wird“, schreiben sie. 

Wer eine Idee hat, kann sich mit einer kurzen Ideenskizze melden. Das kann eine Rede sein oder ein Sketch, eine Schweigeminute oder ein Malprojekt. Hauptsache, das Werk von Manaf Halbouni wird wahrgenommen. Um die finanziellen Fragen und die Öffentlichkeitsarbeit kümmert sich das Kulturparlament, das auch Auskunft über die Entstehung, den Künstler und seine Arbeit gibt. 

 Zudem haben sich die Kulturparlamentarier vorgenommen, bis zum Sommer die Bedürfnisse von rund einem Dutzend Theatergruppen in Soest zu ermitteln. Diese Arbeit ist Teil der geänderten Kulturförderung. Der Verein will nicht – wie bisher – 5 000 Euro für ein ausgewähltes, vorgestelltes Projekt geben, sondern Bedürfnisse in ausgewählten Kulturbereichen befriedigen, zunächst im Theaterbereich.

 „Es ist ein Experiment, wir wagen uns vor und lassen uns überraschen“, sagt Rosemarie Möhle-Buschmeyer vom Kulturparlaments. Bis zum Sommer wollen die Kulturparlamentarier alle Gruppen zu ihrem Selbstverständnis und zur – vor allem ideellen – Unterstützung befragt haben, die sie gebrauchen könnten. „Vielleicht ergibt sich aus unserer Hilfe ja auch eine Aufführung“, meint Werner Liedmann, Vorsitzender des Kulturparlaments. 

Im Juli plant das Gremium erneut eine Fahrt auf dem Skulpturenradweg, der auch vom Kulturparlament unterstützt wurde. Nach dem Kulturfest am 21. September im Paulipark, mit dem das Kulturparlament sein 21-Jähriges feiert, wird im Oktober erneut das Wilhelm-Morgner-Stipendium ausgeschrieben. Im November ist die entscheidende Jurysitzung. 

Manaf Halbouni, Schöpfer des „Rednerpults“, der vergangenes Jahr als Kunststipendiat im Künstlerhaus Paulistraße 7a wohnte, hat seine obligatorische Abschlussausstellung vom 12. Juli bis zum 6. September im Museum Wilhelm Morgner.

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