Gemälde gegen Mexiko-Mauer

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Mit dem Gemälde "Treat me like a fool, treat me like I'm evil" reagiert die Künstlerin Sandra del Pilar auf den Bau der Mauer an der mexikanischen Grenze,

Mit einem Gemälde reagiert die deutsch-mexikanische Künstlerin Sandra del Pilar auf die Mauer an der mexikanischen Grenze. Das preisgekrönte Bild ist Anlass für eine von vielen Ausstellung mit Arbeiten der promovierten Malerin. Es wird in Hamm gezeigt. 

So verwirrt und betroffen die Künstlerin von den Vorgängen in ihrem Heimatland ist, so nüchtern und überlegt hat sie ihr drei mal zwei Meter großes Werk geplant. Mehrere Schichten übereinander aufgetragen, teilweise durch ein dünnes Kunststoffnetz getrennt, ergeben eine räumliche Wirkung und suggerieren Bewegungen wie in einem Hologramm. Deutlich erkennbar sind sechs knieede Menschen, mit wenigen Mitteln, doch realistisch dargestellt – mal mit erhobenem, mal mit gesenktem Kopf. 

Es sind die Künstlerin selber, ihre Tochter und mexikanische Freunde. „Mexikaner, die Trump als Wilde bezeichnet hat“, sagt die Künstlerin bitter. Im Hintergrund sind Köpfe mit Gasmasken auszumachen, wie sie im Ersten Weltkrieg getragen wurden. Die Reduktion auf wenige blasse Farben und der ätherische Schleier, der über der Szene zu liegen scheint, gibt dem Bild etwas Zerbrechliches und stellt das Gerede von Bedrohung und „wilden Mexikanern“, in Frage. 

Das Bild mit dem Titel „Treat me like a fool, treat me like I’m evil“ wurde in der jüngsten Ausstellung „Hier und Jetzt“ im Hammer Gustav-Lübcke-Museum mit dem Hammer Kunstpreis ausgezeichnet, ist demnächst im dortigen Stadthaus zu sehen, wo am Freitag, 22. Februar, die Ausstellung „Jenseits des Plans“ eröffnet wird und geht als Ankauf in die Sammlung der Stadt Hamm über. 

Neben dieser Ausstellung hat Sandra del Pilar noch einiges vor: In Berlin ist eine Ausstellung mit ihren Werken in der mexikanischen Botschaft geplant. Von den Unis in Bayreuth, Passau und Düsseldorf ist sie um Kooperation und Vorträge gebeten worden. Und in Ahlen soll es ein Ausstellung mit Katalog geben, der ihr Werk konzeptionell und philosophisch hinterfragt. Jedes halbe Jahr wechselt Sandra del Pilar den Standort: „So habe ich immer den Blick von außen“, sagt sie. Zurzeit ist sie in Soest, freut sich aber, dass die Galeria Aldama Fine Arts in Mexico City ihr eine Ausstellung mit einem Katalog von Eric Castillo, einem der renommiertesten Kunstkritiker, widmet. 

Zudem ist sie mit zwei Bildern im Museum für zeitgenössische Kunst in Guarnavaca vertreten, in dem die wichtigsten Künstler des Bundeslandes ausgestellt sind 

Kunstrezeption sei in Mexiko völlig anders als in Deutschland. „Die Museen sind auch wochentags brechend voll, vor allem mit jungen Leuten“, berichtet del Pilar. Offenbar hätten die Menschen das Bedürfnis, die Gegenwart mithilfe der Kunst zu verstehen.

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